Gedanken zum Tag – 05. August 2026 – Mitt­woch der 18. Woche im Jahreskreis

5. Aug. 2026

„Oi, meu nome é Karo­line.“ – „Hallo, mein Name ist Karo­line.“ Das waren die ersten Worte, die ich in meinem Sprach­kurs für brasi­lia­ni­sches Portu­gie­sisch gelernt habe. Ein kleiner Satz und für mich persön­lich der Anfang von etwas Großem.

Mein Name ist Karo­line Epe, ich bin 21 Jahre alt, komme aus Olpe und habe in diesem Sommer mein BWL-Studium an der Univer­sität Siegen abge­schlossen. Im August beginnt für mich ein neuer Lebens­ab­schnitt auf einem anderen Konti­nent: Für ein Jahr werde ich mit dem mundus Eine Welt e.V. des Erzbis­tums Pader­born einen inter­na­tio­nalen Frei­wil­li­gen­dienst in Vitória in Brasi­lien leisten. Dort werde ich in dem Projekt CAOCA mit Kindern und Jugend­li­chen arbeiten und bei einer brasi­lia­ni­schen Gast­fa­milie leben.

Vor ziem­lich genau einem Jahr habe ich die Entschei­dung für den Frei­wil­li­gen­dienst getroffen. Nach meinem Studium wollte ich bewusst nicht sofort den nächsten Weg einschlagen, sondern erst einmal etwas ganz anderes erleben: eine neue Kultur kennen­lernen, eine neue Sprache lernen, Menschen begegnen und daran wachsen. Ich möchte meinen Hori­zont erwei­tern und meine Perspek­tive auf die Dinge in der Welt erweitern.

Die Vorbe­rei­tung auf das bevor­ste­hende Jahr war intensiv. Neben ganz prak­ti­schen Dingen wie Visum, Impfungen und vielen orga­ni­sa­to­ri­schen Aufgaben haben uns die Semi­nare mit dem mundus Eine Welt e.V. vor allem inner­lich vorbe­reitet. Wir haben über Vorur­teile, den Umgang mit Konflikten und Notfall­si­tua­tionen gespro­chen. Außerdem haben wir darüber gespro­chen, wie man mit Heimweh an Tagen wie Weih­nachten oder schwie­rigen Momenten umgeht. Dabei ist mir persön­lich bewusst geworden: Ein Frei­wil­li­gen­dienst bedeutet zwar auch, dass ich den Personen in meinem Einsatz­land etwas gebe, aber eben für mich auch, selbst zu lernen, sich verän­dern zu lassen und Vertrauen in mich selbst zu haben.

In den vergan­genen Monaten durfte ich viele Menschen kennen­lernen, die mich auf diesem Weg begleiten. Aus den Semi­naren sind Freund­schaften entstanden, die mich in dem kommenden Jahr begleiten. Man kennt Menschen in allen Teilen der Welt, die sich in einer ähnli­chen Situa­tion befinden und die eigenen Ängste nochmal auf eine andere Art nach­voll­ziehen können als Familie und Freunde in Deutschland.

Ein beson­derer Moment war für mich auch ein Gespräch mit Weih­bi­schof König. Wir haben über meine Hoff­nungen, meine Erwar­tungen, aber auch über meine Ängste im Zusam­men­hang mit dem bevor­ste­henden Jahr gespro­chen. Zum Abschluss des Gesprächs hat er mir einen Segen für meinen Frei­wil­li­gen­dienst mit auf den Weg gegeben.

Je näher der Abflug am 21. August rückt, desto mehr mischen sich bei mir Vorfreude und Respekt vor dem Unbe­kannten. Ich weiß nicht, was mich in Brasi­lien erwartet. Aber ich vertraue darauf, dass Gott mich auf diesem Weg begleitet, gerade auch dann, wenn vor allem zu Beginn nicht alles einfach sein wird und viel­leicht schon der Einkauf im Super­markt eine kleine Heraus­for­de­rung ist.

Viel­leicht kennt jeder von uns solche Aufbrüche im Leben. Nicht immer führen sie auf einen anderen Konti­nent in ein neues Umfeld. Manchmal beginnt so ein Aufbruch direkt vor unserer Haustür: eine Entschei­dung, eine Begeg­nung oder ein neuer Lebens­ab­schnitt. Solche Schritte kosten Mut. Aber sie schenken uns auch die Möglich­keit, über uns hinaus­zu­wachsen und unsere Perspek­tiven zu verändern.

Ich freue mich auf dieses beson­dere Jahr und bin dankbar für alle Menschen, die mich mit ihren Gebeten, guten Wünschen und ihrer Unter­stüt­zung begleiten. Wenn Sie mich weiter auf meinem Jahr begleiten möchten, können Sie mir gerne eine E‑Mail an karolineepe@gmail.com schreiben oder mir auf Insta­gram @karoinbrasilien folgen.

Karo­line Epe
(Gemeinde St. Martinus, Olpe)

 

Noch ein Hinweis in eigener Sache:

Wenn Sie, liebe Lese­rinnen und Leser, auch solche Gedanken über das Leben oder über irgend­etwas anderes haben, schreiben Sie es auf und schi­cken es uns. Wir freuen uns über jeden Beitrag! Falls Sie in Ihrem Beitrag (ausnahms­weise!) fremde Texte/Textteile verwenden, beachten Sie bitte UNBEDINGT die Urheberrechte.

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