Heute, am 13. September, feiern wir in unserem Pastoralen Raum den Caritas-Sonntag. Er steht in diesem Jahr unter dem Motto: „Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen“.
Wenn ich auf meinen Alltag schaue, begegnen mir immer wieder Situationen, die genau das zeigen: Die Enkelin erklärt dem Großvater die Funktionen seines Smartphones. Eine Mitarbeiterin in der Offenen Tür (OT) oder in der Firmvorbereitung hört einem Jugendlichen zu, der gerade Sorgen hat. Jemand bringt einer kranken Person einen Einkauf vorbei. Es sind oft keine großen Taten, sondern kleine Zeichen der Aufmerksamkeit. Doch genau dort wird spürbar, was das Motto meint: Gemeinsam geht mehr als allein.
In einer Zeit, in der vieles auseinanderzudriften scheint und Menschen unterschiedlicher Generationen oder Lebenswelten sich manchmal fremd werden, setzt die Caritas bewusst ein anderes Zeichen. Sie lädt dazu ein, aufeinander zuzugehen, zuzuhören und voneinander zu lernen. Erfahrungen der Älteren und Ideen der Jüngeren sind kein Gegensatz, sondern eine Bereicherung.
Auch unsere Kirchengemeinden leben von diesem Gedanken. Kinder und Jugendliche, Familien, Menschen im Berufsleben und Seniorinnen und Senioren – jede und jeder bringt etwas mit, das für die Gemeinschaft wertvoll ist. Kirche wird dort lebendig, wo Menschen ihre Zeit, ihre Fähigkeiten und ihr Herz füreinander einsetzen.
Der Caritas-Sonntag lädt uns deshalb zu einer einfachen Frage ein: Wo kann ich dazu beitragen, dass „gemeinsam“ gelingt? Vielleicht durch einen Besuch, ein offenes Ohr, ein ehrenamtliches Engagement oder einfach durch die Bereitschaft, einem anderen Menschen mit Wertschätzung zu begegnen.
Wie vielerorts in unserem Bistum gestalten auch in unserem Pastoralen Raum Mitarbeiterinnen der Caritaskonferenzen die Gottesdienste am Caritas-Sonntag mit. Sie leben das Miteinander, von dem die diesjährige Kampagne spricht, und schenken vielen Menschen Zeit, Aufmerksamkeit und Nähe.
Das folgende Gebet greift diesen Gedanken auf. Nehmen wir es mit in diesen Tag – und vielleicht auch darüber hinaus:
Zwei Schuhe
Ein kleiner Schuh. Ein großer Schuh.
Der eine erzählt von Aufbruch, der andere von Erfahrung.
Der eine fragt. Der andere erinnert.
Der eine geht schnell. Der andere kennt den Weg.
Jeder für sich ist nur ein einzelner Schuh. Erst zusammen entsteht Bewegung.
So hat Gott seine Menschen gedacht: nicht gegeneinander, nicht nebeneinander, sondern miteinander.
Die einen bringen Kraft, die anderen Gelassenheit.
Die einen neue Ideen, die anderen bewährte Erfahrungen.
Die einen Zeit, die anderen Tatkraft.
Und manchmal wechseln die Rollen.
Gott, lass uns erkennen, dass niemand alles hat, aber jeder etwas schenken kann.
Lass uns entdecken, wie viel möglich wird, wenn wir einander vertrauen.
Denn: Zusammen geht was.
Elke Hippler
(Gemeindemitglied)
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