„Oi, meu nome é Karoline.“ – „Hallo, mein Name ist Karoline.“ Das waren die ersten Worte, die ich in meinem Sprachkurs für brasilianisches Portugiesisch gelernt habe. Ein kleiner Satz und für mich persönlich der Anfang von etwas Großem.
Mein Name ist Karoline Epe, ich bin 21 Jahre alt, komme aus Olpe und habe in diesem Sommer mein BWL-Studium an der Universität Siegen abgeschlossen. Im August beginnt für mich ein neuer Lebensabschnitt auf einem anderen Kontinent: Für ein Jahr werde ich mit dem mundus Eine Welt e.V. des Erzbistums Paderborn einen internationalen Freiwilligendienst in Vitória in Brasilien leisten. Dort werde ich in dem Projekt CAOCA mit Kindern und Jugendlichen arbeiten und bei einer brasilianischen Gastfamilie leben.
Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich die Entscheidung für den Freiwilligendienst getroffen. Nach meinem Studium wollte ich bewusst nicht sofort den nächsten Weg einschlagen, sondern erst einmal etwas ganz anderes erleben: eine neue Kultur kennenlernen, eine neue Sprache lernen, Menschen begegnen und daran wachsen. Ich möchte meinen Horizont erweitern und meine Perspektive auf die Dinge in der Welt erweitern.
Die Vorbereitung auf das bevorstehende Jahr war intensiv. Neben ganz praktischen Dingen wie Visum, Impfungen und vielen organisatorischen Aufgaben haben uns die Seminare mit dem mundus Eine Welt e.V. vor allem innerlich vorbereitet. Wir haben über Vorurteile, den Umgang mit Konflikten und Notfallsituationen gesprochen. Außerdem haben wir darüber gesprochen, wie man mit Heimweh an Tagen wie Weihnachten oder schwierigen Momenten umgeht. Dabei ist mir persönlich bewusst geworden: Ein Freiwilligendienst bedeutet zwar auch, dass ich den Personen in meinem Einsatzland etwas gebe, aber eben für mich auch, selbst zu lernen, sich verändern zu lassen und Vertrauen in mich selbst zu haben.
In den vergangenen Monaten durfte ich viele Menschen kennenlernen, die mich auf diesem Weg begleiten. Aus den Seminaren sind Freundschaften entstanden, die mich in dem kommenden Jahr begleiten. Man kennt Menschen in allen Teilen der Welt, die sich in einer ähnlichen Situation befinden und die eigenen Ängste nochmal auf eine andere Art nachvollziehen können als Familie und Freunde in Deutschland.
Ein besonderer Moment war für mich auch ein Gespräch mit Weihbischof König. Wir haben über meine Hoffnungen, meine Erwartungen, aber auch über meine Ängste im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Jahr gesprochen. Zum Abschluss des Gesprächs hat er mir einen Segen für meinen Freiwilligendienst mit auf den Weg gegeben.
Je näher der Abflug am 21. August rückt, desto mehr mischen sich bei mir Vorfreude und Respekt vor dem Unbekannten. Ich weiß nicht, was mich in Brasilien erwartet. Aber ich vertraue darauf, dass Gott mich auf diesem Weg begleitet, gerade auch dann, wenn vor allem zu Beginn nicht alles einfach sein wird und vielleicht schon der Einkauf im Supermarkt eine kleine Herausforderung ist.
Vielleicht kennt jeder von uns solche Aufbrüche im Leben. Nicht immer führen sie auf einen anderen Kontinent in ein neues Umfeld. Manchmal beginnt so ein Aufbruch direkt vor unserer Haustür: eine Entscheidung, eine Begegnung oder ein neuer Lebensabschnitt. Solche Schritte kosten Mut. Aber sie schenken uns auch die Möglichkeit, über uns hinauszuwachsen und unsere Perspektiven zu verändern.
Ich freue mich auf dieses besondere Jahr und bin dankbar für alle Menschen, die mich mit ihren Gebeten, guten Wünschen und ihrer Unterstützung begleiten. Wenn Sie mich weiter auf meinem Jahr begleiten möchten, können Sie mir gerne eine E‑Mail an karolineepe@gmail.com schreiben oder mir auf Instagram @karoinbrasilien folgen.
Karoline Epe
(Gemeinde St. Martinus, Olpe)
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