Gedanken zum Tag – 10. Mai 2026 – 6. Sonntag der Osterzeit

10. Mai 2026

Mimik als Tor zur Seele

In einem Seminar unseres Hospiz­ver­eines zum Thema „Mimik als Tor zur Seele“ habe ich Wesent­li­ches gelernt. Gerne möchte ich Sie mit diesem Seelen­thema vertraut machen und habe zur Veran­schau­li­chung einige Gedanken zusammengestellt.

Mimik gilt als wich­tigste Infor­ma­ti­ons­quelle, Emotionen oder Stim­mungs­lagen eines Menschen zu erkennen. Es gibt sieben grund­le­gende Emotionen (Basis­emo­tionen) in der Mimik aller Menschen, die uns dabei helfen, Gemüts­re­gungen ohne weitere nonver­bale Signale zu erkennen. Unser Gesicht ist sozu­sagen die Bühne, auf der unsere Gefühle wie Freude, Wut, Angst, Ekel, Trauer, Über­ra­schung oder Verach­tung ausge­drückt werden.

Die Fähig­keit, im Gesichts­aus­druck zu erkennen, was mein Gegen­über ausdrü­cken möchte, wenn durch Körper­sprache oder Stimme kein eindeu­tiges Signal ausge­sendet wird oder nicht mehr ausge­sendet werden kann, erfor­dert in hohem Maße eine innere Haltung von Offen­heit, Wert­schät­zung und Zugewandtheit.

Ein beson­deres Augen­merk liegt dabei auf der Begeg­nung mit Menschen, die krank sind, alt und einsam; mit Menschen, die trauern oder Schmerzen haben; mit Menschen, die im Sterben liegen und wortlos geworden sind. Großes Einfüh­lungs­ver­mögen und eine gute Beob­ach­tungs­gabe helfen dabei, die Mimik zu entschlüs­seln oder Reak­tionen wahr­zu­nehmen, wenn unaus­ge­spro­chene Einwände nur kurz über das Gesicht huschen (z.B. Zucken der Mund­winkel, Zusam­men­ziehen der Augenbrauen).

Im alltäg­li­chen Mitein­ander können wir uns auch selbst Fragen stellen:
Achte ich auf mein Gesicht?
Welche Signale sende ich aus?
Wie wirke ich auf mein Gegenüber?
Was kann ich mit meinem Gesichts­aus­druck bei mir selbst bewirken?

Lächeln Sie sich selbst ein paar Momente zu; grinsen Sie. Nutzen Sie die Vorteile der mimi­schen Musku­latur, die mit dem Gehirn in stän­diger Rück­kop­pe­lung steht und Ihr Inneres beein­flussen kann. Dann werden Sie spüren, dass sich aus einer zuvor mäßigen Stim­mungs­lage eine posi­tive innere Haltung für den Tag entwi­ckeln kann.

Wo kann ich Freude bringen?
Wo kann ich Herzens­wärme weitergeben?
Wo kann ich bei Trau­rig­keiten und Enttäu­schungen meine Anteil­nahme und mein Mitge­fühl zeigen?

Wie steht es um mein Christ­sein? Ist mein Glaube nicht auch ein Grund zur inneren Freude, die sich in den Augen wider­spie­geln kann?

Wie sagte neulich eine seit Jahren quer­schnitts­ge­lähmte ältere Dame, als wir sie im Kran­ken­haus vor einer anste­henden kleinen Opera­tion besuchten: „Ihr seid meine Glücks­bringer“. Welch eine Aussage! Eine längere Auto­fahrt und genü­gend Zeit haben ausge­reicht, um eine so tief berüh­rende Begeg­nung zu haben.

Versu­chen auch Sie, Glücks­bringer auf Ihre ganz persön­liche Weise für andere zu sein.

Helga Gockel
(Gemein­de­mit­glied in Bad Lipp­springe / in Olpe)

 

Noch ein Hinweis in eigener Sache:

Wenn Sie, liebe Lese­rinnen und Leser, auch solche Gedanken über das Leben oder über irgend­etwas anderes haben, dann schreiben Sie es auf und schi­cken es uns. Wir freuen uns über jeden Beitrag! Falls Sie in Ihrem Beitrag (ausnahms­weise!) fremde Texte/Textteile verwenden, beachten Sie bitte UNBEDINGT die Urheberrechte.

Sie können uns schreiben unter gedankenzumtag@gmx.de .

 

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