Grüß Gott, du schöner Maien, da bist du wiedrum hier.
Tust Jung und Alt erfreuen mit deiner Blumenzier!
Dieses 500 Jahre alte Volkslied hat es mir in diesen Tagen besonders angetan. Jetzt, wo die Natur explodiert und in allen Farben blüht, kommt mein romantisches Herz so richtig in Stimmung.
…und das Lied hat einen so wunderbaren Text, zu allen Zeiten gültig. Seine Melodie ist stark. Es erklingt in einer strahlenden Dur-Tonart. Farben, Leben, Freude, Wärme, Zukunft, Zuversicht…. das alles ist es, was mir in diesen Tagen guttut. Denn die täglichen Nachrichten und Meldungen bedrücken mich und ziehen herunter.
Die kalten Wind´ verstummen, der Himmel ist gar blau,
die lieben Bienlein summen daher auf grüner Au.
Kalt sind die Winde in Gesellschaft und Politik, und besonders in den vielen aktuellen Kriegen.
Und da hat mir vor kurzem das mutige Wort unseres Papstes Leo besonders gefallen. Wer erhebt heute noch mutig seine Stimme für Nächstenliebe, Humanität und ein friedvolles Miteinander der Völker. Unser Papst! Ist er der einzige?
Ich bemerke auch bei mir eine Diskrepanz zwischen Naturliebe und inkonsequentem eigenen Verhalten. Der Schutz von Mensch und Natur, das Eintreten für Benachteiligte, die Hilfe in der eigenen nahen Umgebung, sie kommen oft zu kurz. Müsste ich nicht viel stärker meine Stimme erheben, mich solidarisieren und öffentlich meine Meinung kundtun?
Doch eins ist mir auch sehr wichtig: Mein Inneres muss ausgeglichen sein. Ein ruhender Pol in mir kann etwas bewegen und dann aktiv sein, wenn es nötig wird.
Das Singen ist so etwas, was mich im Inneren bewegt. Von kleinster Kindheit hat es mich begleitet, abends im Bett und zusammen mit meiner Schwester. Bei uns wurde kräftig gesungen, zu Hause und in der Kirche. Mein Vater spielte gerne die aktuellen Kirchenlieder auf der kleinen Heimorgel. Später sagte man mir, du hast aber eine schöne Stimme. Melodien aus dem Radio habe ich schnell auf Tasten zu Gehör gebracht. Das Singen und das Klavierspiel haben mich als Person stark gemacht, mir einen Weg in die Welt aufgezeigt.
Singen in Gemeinschaft stärkt und ist gesundheitlich von hohem Wert. Wir sollten diese Form des Musizierens wieder mehr schätzen. Die wunderbaren Frühlingslieder laden jetzt gerade dazu ein.
So möchte ich auch Ihnen ans Herz legen — Singen Sie einmal wieder —
Es ist keineswegs altmodisch mit nichtssagenden Texten:
Eine schöne Gelegenheit dazu bietet sich im Mutterhaus der Franziskanerinnen an:
Frühlingslieder/Mailiedersingen,
Sonntag, 3. Mai (heute!) um 14.30 – 16 Uhr, Mutterhaus der Franziskanerinnen
Mein Part ist die Klavierbegleitung.
Herzlich Ihr Dieter Moers
(Kantor i.R.)

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