Wenn ich an einen mir unbekannten Ort komme, gehe ich dort gerne in die Kirche. Ich lasse den Raum auf mich wirken, schaue mir die Gestaltung und den Zustand des Gebäudes an. Oft spürt man sofort, wie viel Liebe Menschen in ihre Kirche hineinlegen: Blumenschmuck, Informationen, Aktionen oder einfach die Atmosphäre eines gepflegten Raumes.
So war es auch vor einiger Zeit. Ich saß in einer Kirche und betrachtete den Raum. Später ging ich zum Infostand. Neben mir stand eine ältere Dame, die begann, mit mir zu reden.
Plötzlich sagte sie: „Schauen Sie sich die Kirche noch einmal genau an — bald ist sie dem Erdboden gleich.“
Diese Worte trafen mich unerwartet. Sie war den Tränen nahe. Fast 50 Jahre lang hatte sie den Blumenschmuck gestaltet und sich mit ganzem Herzen in die Gemeinde eingebracht.
Doch dann sagte sie einen Satz, der alles veränderte: „Die Kirche ist ja eigentlich nur ein Gebäude. Die Gemeinde vor Ort — das ist meine Kirche — die bleibt!“
Dieser Gedanke hat mich noch lange begleitet. Gerade jetzt, wo auch unsere pastoralen Räume vor Veränderungen stehen, können uns diese Worte Mut machen. Gebäude und Strukturen können sich verändern — Kirche lebt dort, wo Menschen gemeinsam glauben, hoffen und füreinander da sind.
„Kirche lebt durch die Menschen.”
Einen guten Tag wünscht
Chris Schröder
(Dahl-Friedrichsthal)
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