Als ich mich dazu entschieden habe, die Franziskanerinnen im Olper Konvent San Damiano im Zuge meines Theologie-Studiums ein Wochenende zu begleiten, war ich zunächst einmal froh, ein spirituelles Angebot in meiner Heimatstadt gefunden zu haben.
Die Spannung setzte erst kurz vorher ein: Was erwartet mich? Wem werde ich begegnen? Und wie sieht der Alltag der Schwestern aus?
Und ich wurde überrascht, wie „normal“ es bei ihnen zugeht. Ich startete mit Schwester Katharina mit der Vesper und dem Gottesdienst am Freitagabend im Mutterhaus, bevor ich im Konvent von Schwester Veronika und Schwester Litty bei einem gemütlichen Abendbrot begrüßt wurde und ich den Abend mit einem Spaziergang abschließen konnte, bei dem ich mich von meinen Sinnen leiten ließ.
Die folgenden beiden Tage waren geprägt von Gebeten, einem gemeinsamen Bibelgespräch, gemeinsamer Handarbeit und vielen Mahlzeiten, bei denen ich meine Fragen zum Ordensleben loswerden konnte, aber bei denen manchmal auch einfach die Fußball-Bundesliga-Ergebnisse ausgetauscht wurden.
Besonders beeindruckt hat mich die Zeit der Muße und die gemeinsame Anbetung, bei der ich ganz bei mir sein konnte und ich gemerkt habe, dass das Leben im Konvent mit alltäglichen Aufgaben, aber eben auch Zeit verbunden ist, die man lernt, für sich zu nutzen und zu füllen.
Die Gespräche über Glaubensinhalte und den eigenen Glauben haben mich das Wochenende und meinen anschließenden Urlaub über begleitet und mir viel Ruhe gegeben.
Tief bewegt hat mich aber auch die Erkenntnis, wie sehr mich rückwirkend meine Jugend in Olpe und in der St. Franziskus-Schule doch geprägt und geformt haben. Das Wochenende werde ich auf jeden Fall noch eine gute Weile im Gedächtnis und im Herzen behalten.
Martha Bovelet
(aus Dahl, Studierende in Köln)
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