Gedanken zum Tag – 29. April 2026 – Mitt­woch der 4. Oster­woche – Hl. Katha­rina von Siena

29. Apr. 2026

Eine schwie­rige Tochter

Die Mutter hat genug zu tun. Immer schon. Sie hat insge­samt 24 Kinder bekommen und ein Teil von ihnen ist auch zunächst groß geworden. Früher war die Familie wohl­ha­bend und adelig. Jetzt müht sich der Vater mit Mitar­bei­tern und Söhnen in der eigenen Färberei, um das Geld zu verdienen, das die große Familie braucht.

Die jüngste Tochter ist schon als Sieben­jäh­rige irgendwie anders und erzählt ernst­haft, dass ihr Jesus begegnet sei und sie ihm gelobt hat, zu den Domi­ni­ka­ne­rinnen zu gehen und Gelübde abzulegen.

Die Mutter versucht in den Jahren danach, ihrer Tochter diese Flausen auszu­treiben und lässt sie als Dienerin und Magd die anstren­gendsten Arbeiten machen, versucht mehr­fach sie zu verhei­raten und an den Mann zu bringen.

Dann wird es der Tochter zu bunt. Sie schneidet sich selbst die Haare ab, über­lebt mühsam eine Masern­in­fek­tion und meldet sich dann bei den Domi­ni­ka­ne­rinnen an und wird ange­nommen, obwohl sie mit 16 Jahren eigent­lich dafür zu jung ist. Viel­leicht merken auch die Verant­wort­li­chen, dass diese junge Frau irgendwie anders ist.

Im Laufe der Jahre wird sie eine sehr bekannte Frau, die sich nicht fürchtet, sich mit Kaisern, Königen und Päpsten anzu­legen und harsche Briefe zu schreiben, wenn ihr klar war, dass sie gegen die herr­schenden Zustände etwas tun muss. In der Pest-Epidemie, die ihre Stadt heim­sucht, pflegt und betreut sie furchtlos die Kranken und viele Menschen spüren, dass diese junge Frau durch ihr Gebet und ihre Furcht­lo­sig­keit unglaub­lich viel bewirkt.

Katha­rina von Siena stirbt mit 33 Jahren und wird schon zu Lebzeiten sehr verehrt. Im Jahr 1461 wird sie heilig­ge­spro­chen und 1939 zur Schutz­pa­tronin von Italien erklärt. 1970 erhält sie den Titel Kirchen­leh­rerin und 1999 wurde sie von Johannes Paul II. zusammen mit hl. Birgitta von Schweden und Edith Stein zur Patronin Europas erhoben, sie, die viele Jahre in ihrer Familie als schwie­rige Tochter galt.

Sr. Katha­rina Hartleib
(Konvent San Damiano Olpe)

 

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