Vielleicht haben Sie sich schon einmal gefragt, wer dieser junge Erwachsene ist, den Sie bei heiligen Messen oder anderen Gelegenheiten als Messdiener gesehen haben?
Ich selbst wurde in der Osternacht getauft, eine Woche vor meiner Erstkommunion, damals noch als Schüler. In der heutigen ersten Lesung aus der Apostelgeschichte fragt die Menge Petrus: „Was sollen wir tun?” Petrus antwortet: Kehrt um und lasst euch taufen. In der Lesung heißt es, es seien 3.000 Menschen Teil der neuen Gemeinschaft geworden. Ein Vergleich aus unserer Zeit: In der Osternacht 2026 ließen sich allein in Frankreich 21.000 Menschen taufen, davon 13.000 Erwachsene.
Während meines Studiums in Münster (BWL) lernte ich in der St. Aegidii-Kirche (Beitragsbild) den „außerordentlichen Messritus“ kennen – eine prächtige und traditionsreiche Form der Liturgie.
Das heutige Evangelium nach Johannes zeigt uns Jesus als den guten Hirten – als die Tür, durch die man ein- und ausgeht. Nach meinem Studium, das mich in viele Städte und Gemeinschaften geführt hat, bin ich jetzt wieder in Olpe.
Dieser Sonntag trägt noch einen weiteren Namen: Der 63. Weltgebetstag um geistliche Berufungen, der im deutschsprachigen Raum unter dem Leitwort „In der Liebe verwurzelt” steht. Papst Leo XIV. hat dazu eine Botschaft veröffentlicht mit dem Titel „Die Entdeckung der Gabe Gottes in unserem Inneren”. Er schreibt, Berufung sei niemals etwas Auferlegtes oder ein vorgegebenes Raster, in das man sich einfügen muss, sondern ein Plan der Liebe und des Glücks. Und er erinnert daran, dass eine Berufung kein starres Ziel, sondern ein Prozess ist.
Und Berufung bedeutet ja nicht nur Priestertum oder Ordensleben. Auch die Ehe ist eine Berufung, ein Ja zu einem Menschen, das man nicht vollständig plant, sondern das wächst. Ich selbst habe dieses Ja gesprochen. Berufung hat also viele Gesichter: Sie kann ein Messgewand sein, ein Ehering, ein Dienst in der Gemeinde – oder einfach die Entscheidung, hier zu bleiben und anzufangen.
Vielleicht sieht man sich das ein oder andere Mal nochmal in der heiligen Messe. Bis dahin!
Maximilian Hanisch
(Olpe)
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