Gedanken zum Tag – 16. August 2026 – 20. Sonntag im Jahres­kreis – Gedenktag des hl. Rochus

16. Aug. 2026

Der heilige Rochus – Patron der Kranken, Hoffenden und Helfenden

Rochus von Mont­pel­lier wurde als Sohn reicher Eltern geboren. Nachdem er als Zwan­zig­jäh­riger seine Eltern verloren hatte, verschenkte er sein Vermögen und trat in den dritten Orden des heiligen Fran­ziskus ein. Bei einer Romreise 1317 half er gläubig und ohne Angst bei der Pflege von Pest­kranken, erkrankte später selbst an der Krank­heit. Der Legende nach zog er sich in einen Wald zurück, wo ein Hund ihm täglich Brot brachte und ihm so das Über­leben ermög­lichte. Nach seiner Gene­sung setzte Rochus seinen Dienst an den Menschen fort.

Als im 17.Jahrhundert in Olpe die Pest wütete, erbauten die Olper Bürger die Rochus­ka­pelle und dort legte der dama­lige Bürger­meister Michael Liese am 16.08.1673 namens der ganzen Gemeinde das Rochus­ge­lübde ab, zur Abwen­dung der Pest und anderer Seuchen diesen Tag im Gebet zu feiern. Bis vor wenigen Jahren wurde dieses Gelübde durch eine Prozes­sion von der Pfarr­kirche zur Rochus­ka­pelle, einen Gottes­dienst und eine Andacht umgesetzt.

Der Text der alten Urkunde lautet:
“Wir Bürger­meister, Rath, undt gantze gemeine hiesiger Statt Olpe, erscheinen alhir vor dem hoch­wür­digen heiligen Sacra­ment des Altares, darin wir Christum Jesum unsern Heilandt und Sälig­ma­cher wahr­hafftig und gegen­wärtig zu sein glauben, undt globen vor uns, undt unsere nach­kommen, nun undt zu den Ewigen zeiten undt Tagen zur Ehre der Aller­heyligsten Drey­fal­tig­keit “der heyligen Jung­frawen Mariae” allen Heyligen gottes, undt vorn­emblich des heyligen Rochi! zu abwen­dung aller woll­ver­dienten straffen; Inson­der­heit aber der ab schew­li­chen kranck­heit der Pestil­entz “Roten Ruhren” undt andern Seuchen diesen Tag sanct Rochi zu feyern. So wahr helff unss Gott undt sein heiliges Evangelium!”
[Hirsch­mann, S. 98]

Und heute … sind nur noch wenige Gläu­bige bei der Messe dabei, eine Prozes­sion und eine Andacht finden nicht mehr statt. Haben das Gelübde von 1673 und der heilige Rochus für uns keine Bedeu­tung mehr? Ich meine doch!

Auch heute werden Menschen gebraucht, die – wie der hl. Rochus – selbstlos und ohne Angst Mitmen­schen betreuen, pflegen und unter­stützen. Ähnlich wie dem hl. Rochus wird es ihnen nicht immer gedankt. Beson­ders in Zeiten von Krank­heit, Unsi­cher­heit und Not erin­nert sein Leben daran, wie wichtig Mitge­fühl, Nächs­ten­liebe und Vertrauen auf Gottes Beglei­tung sind. Sein Beispiel zeigt, dass christ­li­cher Glaube dort sichtbar wird, wo Menschen einander beistehen und Hoff­nung schenken.

Sein Gedenktag am 16. August lädt dazu ein, für Kranke, Pfle­gende und alle Menschen in schwie­rigen Lebens­si­tua­tionen zu beten. Möge der heilige Rochus uns ermu­tigen, mit offenen Augen und einem offenen Herzen auf unsere Mitmen­schen zuzu­gehen und Gottes Liebe im Alltag erfahrbar werden zu lassen.

Heinz Heider
(Gemein­de­mit­glied)

 

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