Gedanken zum Tag – 12. August 2026 – Mitt­woch der 19. Woche im Jahreskreis

12. Aug. 2026

Die Kräu­ter­weihe

Wenn man sich einige der zahl­rei­chen Koch­sen­dungen im Fern­sehen anschaut oder durch entspre­chende Zeit­schriften blät­tert, stellt man fest, dass Kräuter hoch im Kurs stehen. Sie geben einem guten Essen ein beson­deres Aroma und sind dazu noch gesund. Aber wozu eine Kräuterweihe?

Auch in vorchrist­li­cher Zeit wurden schon Kräuter gesam­melt, vor allem als Schutz gegen Krank­heiten und Unheil. Die Zeit zwischen dem 15. August und dem 15. September war dabei beson­ders wichtig, da die Kräuter dann die meisten Inhalts­stoffe haben und ihre größte Heil­kraft entfalten. Diese 30 Tage wurden früher „Frau­en­d­rei­ßiger“ genannt, denn es waren die Frauen, die das Wissen um die Heil­kraft bewahrten und weiter­gaben. Es wurden auch Kräuter den Göttern geop­fert als Dank für deren Schutz und als Bitte um Heilung.

Mit der Chris­tia­ni­sie­rung bekam der alte „heid­ni­sche“ Brauch eine neue Bedeu­tung: Seit dem 7. Jhd. feiert die katho­li­sche Kirche am 15. August die Aufnahme Mariens in den Himmel. Die Legende besagt, dass die Apostel in ihrem leeren Grab duftende Blumen und Kräuter fanden. So werden seither am 15. August, am Fest Mariä Himmel­fahrt, Kräu­ter­bü­schel in der Kirche gesegnet.

Aber passt dieser alte Brauch noch in unsere moderne Zeit? Wir meinen: Ja! Schon das gemein­same Sammeln der Kräuter bildet einen Gegenpol zur Hektik unserer Zeit und ist eine gute Gele­gen­heit, dabei die gesamte Schöp­fung Gottes zu betrachten und dafür zu danken, denn oft laufen wir an den kleinen Dingen achtlos vorbei. Nach dem Sammeln folgt das Binden der Kräu­ter­bü­schel, eine Tätig­keit, die sowohl medi­tativ als auch gemein­schafts­stif­tend ist.

Sieben verschie­dene Kräuter sollen es sein:
7 – eine symbo­li­sche Zahl, die Summe aus der irdi­schen 4 (4 Jahres­zeiten, 4 Himmels­rich­tungen, 4 Elemente) und der gött­li­chen 3 (Drei­ei­nig­keit).
3 und 4: Himmel und Erde – die Verbin­dung des Gött­li­chen mit dem Irdischen.
Bei der Kräu­ter­weihe erbitten wir Gottes Segen für unser Tun und danken Gott für die Wunder seiner Schöp­fung. Die Kräu­ter­weihe an Mariä Himmel­fahrt erin­nert uns an die heilende und schüt­zende Präsenz Gottes in unserem Leben, vermit­telt durch die Fürsprache Mariens.

In diesem Jahr hat der 15. August, das Patro­nats­fest unserer Kirche, eine ganz beson­dere Bedeutung:
Am 15. August 1956 wurde die Frau­en­ge­mein­schaft St. Marien eine selb­stän­dige Gemein­schaft, nachdem sie zwei Jahre lang in der Mutter­pfarrei St. Martinus behei­matet war. Dieser Tag wurde bewusst gewählt, um die neue Gemein­schaft unter den Schutz der Gottes­mutter zu stellen. Die Frau­en­ge­mein­schaft, heute kfd St. Marien, wird also an diesem Tag 70 Jahre alt. Wenn das kein Grund zum Feiern ist! Wir begehen unser Jubi­läum am 5. September in unserer Gemeinschaft.

70 Jahre kfd St. Marien, das bedeutet: 70 Jahre ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment, 70 Jahre Einsatz fürein­ander und Unter­stüt­zung in verschie­denen Lebens­si­tua­tionen, 70 Jahre gemein­same Unter­neh­mungen, Ausflüge, Aktionen, Wande­rungen, 70 Jahre Zeit für Gespräche, gemein­sames Spielen und Singen, 70 Jahre erlebte Viel­falt, 70 Jahre leben­dige Spiri­tua­lität bei gemein­samen Gottes­diensten und Wallfahrten.

70 Jahre … Da ist sie wieder, die 7! 3 und 4 => Himmel und Erde
Gottes Segen für unser Tun – Wir sagen Danke!

Beate Lütticke, Monika Brüg­ge­mann-Dax, Beate Schröder
(Leitungs­team der kfd St. Marien)

 

Noch ein Hinweis in eigener Sache:

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