9. Februar – Gedenktag Mutter Maria Theresia Bonzel
Erst vergangene Woche haben wir die Weihnachtssachen in unserem Haus weggeräumt: Den Christbaum schon Ende Januar abgeschmückt und zum Abholen vors Haus gestellt, die Lichterketten und Kugeln und Sterne weggeräumt, die Engel und den Schwibbogen in die Schachteln gepackt und in den Schrank gestapelt.
Und die Krippe, die im Wohnzimmer stand und das Krippenkind aus der Kapelle wurden weggeräumt. Vor dem Krippenkind in der Kapelle stand ein Glas und jeweils eine Kerze brannte darin den ganzen Tag, weil immer Menschen kommen, um zu beten. Als alle passenden Kerzen abgebrannt waren, haben wir die Lichterbecher mit dem Bild unserer Gründerin Mutter Maria Theresia und ihrem Slogan „Er führt – Ich gehe“ hineingestellt.
Und mehrmals in diesen letzten Tagen bin ich doch etwas verwundert davor stehen geblieben, weil mir dieser Widerspruch ins Auge und ins Herz gefallen ist. Da liegt dieses Kind, die jährliche Erinnerung daran, dass Gott Mensch geworden ist. Und dann steht da: „Er führt ich gehe“.
Unsere Gründerin hat ihr Leben und ihr Lebenswerk quasi auf ein Kind gebaut. Auf einen Gott, der sich und den Menschen nicht mehr anders zu helfen weiß, als dass er herunterkommt und als hilfloser Säugling sein Erlösungswerk beginnt. Weihnachten haben wir das gefeiert, im Evangelium gelesen und besungen und erinnert und uns gefreut. Aber jetzt, schon länger nach Weihnachten, im grauen, regennassen immer noch Corona-Alltag?
Was bedeutet es mir und Ihnen persönlich, dass man wissen und zu glauben versucht, dass dieser Gott nicht in der Ferne oben, sondern mit uns hier unten lebt?
Mir persönlich gibt es Zuversicht und Stärke und ich habe die Hoffnung, wie es unsere Gründerin gesagt hat, dass ER uns auch durch diese schwierigen Zeiten führt und begleitet und ich getrost meine Wege mit IHM gehen kann.
Sr. Katharina Hartleib
(Konvent San Damiano Olpe)



