Franziskus – Stationen seines Lebens
Franziskus, klein, gut aussehend, laut, verschwenderisch, bei allen beliebt und auf jeder Party zu finden. Sorglos ist er, immer gut drauf. Sponsored by Dady – ein Leben ohne Verpflichtungen. Ist das der Heilige Franziskus?
Das Französlein arbeitet im Laden seines Vaters, soll ein Tuchhändler werden wie er. Ein Bettler kommt an seine Tür – Franz schickt ihn weg, das ist doch klar. Doch es reut ihn einen Moment später, er läuft dem Armen nach, holt ihn ein und schenkt ihm Geld.
Kinder haben Träume. Ein stolzer Ritter will Franz werden. Und bald schon bekommt er die Chance dazu: Krieg zwischen Perucia und Assisi. Gold, Ruhm, Ehre? Die Erfüllung der Kinderträume?
Oh nein – in Gefangenschaft gerät unser verwöhnter Bengel (reicher Franz). Krank ist er, verzweifelt, ausgepowert – das Leben scheint sinnlos. „Kein Bock auf gar nichts.“ – schwere Depressionen. Erst nach einem Jahr kommt er frei – ganz und gar nicht mehr der Alte. Er sucht den Sinn des Lebens – die Freunde sind entsetzt! Keine Partys, keine Fröhlichkeit. Sie verstehen ihn nicht mehr. Das macht ihnen Angst.
Durch den Wald reitet der Lebemann — hoch zu Roß. Auf dem Boden kauert ein Aussätziger, bittet um Hilfe. Ein ehemaliger Kamerad? Der Reiter eilt vorbei, der Anblick ekelt ihn. Das ist menschlich, verständlich. Wer will sich schon anstecken? Doch, was ist das? Franz zügelt das Roß, macht kehrt, steigt ab und — sieh doch: er nimmt den Aussätzigen in den Arm. Wo ist die Angst, sich anzustecken, die Abscheu vor dem Kranken? Just in diesem Moment läuten die Kirchenglocken. Zufall? Für Franziskus ein Zeichen! Ist das schon der Heilige Franz?
Unser Francesco hat zwei Väter: einen im Himmel droben – den haben wir alle – und einen auf der Erde hier unten. Er hört die Stimme des himmlischen Vaters: „Bau mein Haus wieder auf, es zerfällt.“ Was tut er? Er arbeitet, arbeitet hart, mit seinen eigenen Händen. Er baut Portiuncula wieder auf. Und er, der immer Geld hatte, bettelt, um das Baumaterial bezahlen zu können. Der brave Sohn verlässt seinen leiblichen Vater, wirft ihm alle Reichtümer vor die Füße und lebt vor der Stadt, arm, in Lumpen. Der Spinner, so sagen die Leute, kümmert sich um die Armen und Kranken. Hat er keine Angst?
Doch Franziskus hört nur noch auf Gottes Wort, ihm auf Herz geschrieben von göttlicher Hand. Er lebt ganz und gar nach dem Evangelium; da gibt es kein Zögern, kein Wenn und kein Aber. Ein Fanatist? Er predigt und viele hören ihm zu, obwohl er keinem nach dem Mund redet. Doch beeindruckt er sehr: er lebt was er sagt und er sagt was er lebt; radikal, demütig, immer zum Dienen bereit.
Da passiert es: ein Wunder? – oder nur menschlicher Verstand? Es kommen viele, die ihm folgen durch´s ganze Land. So viele werden es, sie brauchen Regeln, ein Orden entsteht, letztendlich vom Papst anerkannt.
Bruder Franz setzt sich auch für Frieden ein. Bereist die Welt, will Vermittler sein, mit Worten versteht sich, ganz ohne Waffen. Doch Unfrieden herrscht auch im eigenen Land. Es ist unerhört: selbst Frauen wollen nach seiner Idee leben. Bruder Franz hilft auch hier und setzt sich durch; Er macht sein geliebtes San Damiano den Schwestern zum Geschenk.
Unser kleiner Mann ist alt geworden, abgemagert: viel Arbeit, wenig Essen, von Krankheit ist sein Leib zerfressen. Auch viele andere Übel im eigenen Orden haben ihn heimgesucht. Ein paar Schwestern pflegen ihn in dieser schweren Zeit. Jetzt ist er bestimmt verzweifelt und allein. Nein!
Nein? Er hat viele Brüder und Schwestern um sich herum: den Mond, die Sonne — den Tieren predigt er sogar! Immer noch der Spinner? Oh nein! Todkrank schreibt er den Sonnengesang – ein Loblied auf Gottes herrliche Schöpfung! Dem Tod, seinem Bruder geht er entgegen – mit offenen Armen, zuversichtlich, demütig, voll Liebe für den Herrn.
Franziskus, klein, abgemagert, in einen braunen Sack gehüllt, demütig und gut zu allen. Er liebt die Menschen und die Tiere, verherrlicht er den Vater durch sein Leben, geleitet von Gottes Wort. Wirkliche Liebe zu Gott zeigt sich im Leiden. Im Leben und im Tod ist Franziskus immer seinem Gott nahe. So bleibt er auch für uns — nach 800 Jahren — ein lebendiges Zeichen für Frieden und Heil.
Das ist er, der Heilige Franziskus!
Sr. Caja Steffen
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