Die Kräuterweihe
Wenn man sich einige der zahlreichen Kochsendungen im Fernsehen anschaut oder durch entsprechende Zeitschriften blättert, stellt man fest, dass Kräuter hoch im Kurs stehen. Sie geben einem guten Essen ein besonderes Aroma und sind dazu noch gesund. Aber wozu eine Kräuterweihe?
Auch in vorchristlicher Zeit wurden schon Kräuter gesammelt, vor allem als Schutz gegen Krankheiten und Unheil. Die Zeit zwischen dem 15. August und dem 15. September war dabei besonders wichtig, da die Kräuter dann die meisten Inhaltsstoffe haben und ihre größte Heilkraft entfalten. Diese 30 Tage wurden früher „Frauendreißiger“ genannt, denn es waren die Frauen, die das Wissen um die Heilkraft bewahrten und weitergaben. Es wurden auch Kräuter den Göttern geopfert als Dank für deren Schutz und als Bitte um Heilung.
Mit der Christianisierung bekam der alte „heidnische“ Brauch eine neue Bedeutung: Seit dem 7. Jhd. feiert die katholische Kirche am 15. August die Aufnahme Mariens in den Himmel. Die Legende besagt, dass die Apostel in ihrem leeren Grab duftende Blumen und Kräuter fanden. So werden seither am 15. August, am Fest Mariä Himmelfahrt, Kräuterbüschel in der Kirche gesegnet.
Aber passt dieser alte Brauch noch in unsere moderne Zeit? Wir meinen: Ja! Schon das gemeinsame Sammeln der Kräuter bildet einen Gegenpol zur Hektik unserer Zeit und ist eine gute Gelegenheit, dabei die gesamte Schöpfung Gottes zu betrachten und dafür zu danken, denn oft laufen wir an den kleinen Dingen achtlos vorbei. Nach dem Sammeln folgt das Binden der Kräuterbüschel, eine Tätigkeit, die sowohl meditativ als auch gemeinschaftsstiftend ist.
Sieben verschiedene Kräuter sollen es sein:
7 – eine symbolische Zahl, die Summe aus der irdischen 4 (4 Jahreszeiten, 4 Himmelsrichtungen, 4 Elemente) und der göttlichen 3 (Dreieinigkeit).
3 und 4: Himmel und Erde – die Verbindung des Göttlichen mit dem Irdischen.
Bei der Kräuterweihe erbitten wir Gottes Segen für unser Tun und danken Gott für die Wunder seiner Schöpfung. Die Kräuterweihe an Mariä Himmelfahrt erinnert uns an die heilende und schützende Präsenz Gottes in unserem Leben, vermittelt durch die Fürsprache Mariens.
In diesem Jahr hat der 15. August, das Patronatsfest unserer Kirche, eine ganz besondere Bedeutung:
Am 15. August 1956 wurde die Frauengemeinschaft St. Marien eine selbständige Gemeinschaft, nachdem sie zwei Jahre lang in der Mutterpfarrei St. Martinus beheimatet war. Dieser Tag wurde bewusst gewählt, um die neue Gemeinschaft unter den Schutz der Gottesmutter zu stellen. Die Frauengemeinschaft, heute kfd St. Marien, wird also an diesem Tag 70 Jahre alt. Wenn das kein Grund zum Feiern ist! Wir begehen unser Jubiläum am 5. September in unserer Gemeinschaft.
70 Jahre kfd St. Marien, das bedeutet: 70 Jahre ehrenamtliches Engagement, 70 Jahre Einsatz füreinander und Unterstützung in verschiedenen Lebenssituationen, 70 Jahre gemeinsame Unternehmungen, Ausflüge, Aktionen, Wanderungen, 70 Jahre Zeit für Gespräche, gemeinsames Spielen und Singen, 70 Jahre erlebte Vielfalt, 70 Jahre lebendige Spiritualität bei gemeinsamen Gottesdiensten und Wallfahrten.
70 Jahre … Da ist sie wieder, die 7! 3 und 4 => Himmel und Erde
Gottes Segen für unser Tun – Wir sagen Danke!
Beate Lütticke, Monika Brüggemann-Dax, Beate Schröder
(Leitungsteam der kfd St. Marien)
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