Gedanken zum Tag – 08. März 2026 – Dritter Fastensonntag

8. März 2026

Was haben Mimosen mit der Fasten­zeit zu tun?

Der News­letter vom “Andere Zeiten Team” aus Hamburg ist für mich ein guter Wegbe­gleiter und bietet Ideen für Impulse, die auch eine Berei­che­rung für die “Gedanken zum Tag” sein können. Die wesent­li­chen Inhalte eines Beitrages von Oliver Spies (Theo­lo­gi­scher Vorstand) habe ich in verkürzter Form aufge­schrieben und mit eigenen Gedanken ergänzt.

Die Farbe Gelb gilt als Farbe der Sonne, sie weckt die Lebens­geister. Sie wird oft mit Freude, Opti­mismus und einer posi­tiven Grund­stim­mung verbunden. Sie wirkt aufhel­lend und anre­gend auf den Geist.

Mimosen in ihrem leuch­tenden Gelb sind die ersten Früh­lings­boten. Sie strahlen und trotzen den schlechten Nach­richten. Sie igno­rieren meine Sorgen, meine Unruhe, meine Sprach­lo­sig­keit. Auch den Ascher­mitt­woch und den Beginn der Fasten­zeit kennen sie nicht.

Die Mimose als soge­nannte Sinn­pflanze reagiert auf kleinste Berüh­rungen und Reize. Ihre zart gefie­derten Blätter klappen sofort zusammen, wenn Gefahr zu drohen scheint. Bei Menschen, die oft als zimper­lich beschrieben werden, muss die Mimose herhalten mit dem Spruch “Sei nicht so eine Mimose. Stell‘ dich nicht so an.”

In der letzten Zeit habe ich gemerkt, dass auch ich schneller zusam­men­zucke als früher und mir Sorgen mache. Nach­richten, Krisen und Zumu­tungen lassen mich aufhor­chen. Bin ich wehlei­diger geworden, empfind­li­cher, dünn­häu­tiger? Eine Mimose also?

Von diesem Baum können wir lernen: Zusam­men­zucken ist keine Schwäche, sondern ein Schutz. Rückzug ist manchmal notwendig, wenn es zu viel wird. Die Mimose reagiert, sie nimmt wahr. Sie schützt sich. Das Zusam­men­klappen ist kein Defekt, sondern eine kluge Antwort – und zugleich die Fähig­keit, mitten im Winter aufzu­blühen und im Grau zu strahlen.

Auch wir können von der Mimose für die Fasten­zeit lernen. Sie lädt uns zur Empfind­sam­keit und Ehrlich­keit ein. Ehrlich mit uns selber. In den Psalmen lesen wir vom Klagen, vom Erschre­cken, vom Müde-sein vor Gott. Aber auch kein “Stell‘ dich nicht so an”. Alles darf gesagt und gezeigt werden. Viel­leicht liegt genau darin eine Kraft, die nicht aus Stärke wächst.

Ein guter Anfang, in den sieben Wochen der Fasten­zeit aufmerk­samer zu werden für das, was uns berührt – und darauf zu vertrauen, trotzdem aufblühen zu können.

Ich wünsche Ihnen eine Fasten­zeit, in der alles Unnö­tige von Ihnen abfällt, Sie in Stille Gott begegnen können und eine Kraft­quelle für das Wesent­liche finden.

Helga Gockel
(Gemein­de­mit­glied in Bad Lipp­springe / Olpe)

 

Noch ein Hinweis in eigener Sache:

Wenn Sie, liebe Lese­rinnen und Leser, auch solche Gedanken über das Leben oder über irgend­etwas anderes haben, dann schreiben Sie es auf und schi­cken es uns. Wir freuen uns über jeden Beitrag! Falls Sie in Ihrem Beitrag (ausnahms­weise!) fremde Texte/Textteile verwenden, beachten Sie bitte UNBEDINGT die Urheberrechte.

Sie können uns schreiben unter gedankenzumtag@gmx.de .

 

Leser interessierten sich auch für:

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner