Was haben Mimosen mit der Fastenzeit zu tun?
Der Newsletter vom “Andere Zeiten Team” aus Hamburg ist für mich ein guter Wegbegleiter und bietet Ideen für Impulse, die auch eine Bereicherung für die “Gedanken zum Tag” sein können. Die wesentlichen Inhalte eines Beitrages von Oliver Spies (Theologischer Vorstand) habe ich in verkürzter Form aufgeschrieben und mit eigenen Gedanken ergänzt.
Die Farbe Gelb gilt als Farbe der Sonne, sie weckt die Lebensgeister. Sie wird oft mit Freude, Optimismus und einer positiven Grundstimmung verbunden. Sie wirkt aufhellend und anregend auf den Geist.

Mimosen in ihrem leuchtenden Gelb sind die ersten Frühlingsboten. Sie strahlen und trotzen den schlechten Nachrichten. Sie ignorieren meine Sorgen, meine Unruhe, meine Sprachlosigkeit. Auch den Aschermittwoch und den Beginn der Fastenzeit kennen sie nicht.
Die Mimose als sogenannte Sinnpflanze reagiert auf kleinste Berührungen und Reize. Ihre zart gefiederten Blätter klappen sofort zusammen, wenn Gefahr zu drohen scheint. Bei Menschen, die oft als zimperlich beschrieben werden, muss die Mimose herhalten mit dem Spruch “Sei nicht so eine Mimose. Stell‘ dich nicht so an.”
In der letzten Zeit habe ich gemerkt, dass auch ich schneller zusammenzucke als früher und mir Sorgen mache. Nachrichten, Krisen und Zumutungen lassen mich aufhorchen. Bin ich wehleidiger geworden, empfindlicher, dünnhäutiger? Eine Mimose also?
Von diesem Baum können wir lernen: Zusammenzucken ist keine Schwäche, sondern ein Schutz. Rückzug ist manchmal notwendig, wenn es zu viel wird. Die Mimose reagiert, sie nimmt wahr. Sie schützt sich. Das Zusammenklappen ist kein Defekt, sondern eine kluge Antwort – und zugleich die Fähigkeit, mitten im Winter aufzublühen und im Grau zu strahlen.
Auch wir können von der Mimose für die Fastenzeit lernen. Sie lädt uns zur Empfindsamkeit und Ehrlichkeit ein. Ehrlich mit uns selber. In den Psalmen lesen wir vom Klagen, vom Erschrecken, vom Müde-sein vor Gott. Aber auch kein “Stell‘ dich nicht so an”. Alles darf gesagt und gezeigt werden. Vielleicht liegt genau darin eine Kraft, die nicht aus Stärke wächst.
Ein guter Anfang, in den sieben Wochen der Fastenzeit aufmerksamer zu werden für das, was uns berührt – und darauf zu vertrauen, trotzdem aufblühen zu können.
Ich wünsche Ihnen eine Fastenzeit, in der alles Unnötige von Ihnen abfällt, Sie in Stille Gott begegnen können und eine Kraftquelle für das Wesentliche finden.
Helga Gockel
(Gemeindemitglied in Bad Lippspringe / Olpe)
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