Gedanken zum Tag — 28. Februar 2024 — Mitt­woch der 2. Woche der Fastenzeit

28. Feb 2024

Nacht der Lichter am letzten Freitag

Die Kirche sieht völlig anders aus. Sie ist in warmes Licht getaucht. Große oran­gene Stoff­bahnen hängen aus der Decke herab und deuten die Altar­insel nochmal anders. Viele Lich­ter­be­cher sind dort auf Steinen verteilt und die Kirchen­be­leuch­tung ist auf ein Minimum reduziert.

Beim Einzug tragen Jugend­liche das typi­sche Tafel­kreuz von Taizé nach vorn und stellen es markant auf. Es gibt eine kurze Begrü­ßung und dann viel Gesang. Minu­ten­lang die gleiche Melodie mit einpräg­samem Text, von einem Projekt­chor sehr gekonnt und einla­dend gesungen.

Und immer mehr Menschen in der vollen Kirche singen mit. Nach und nach werden alle Lichter aller Mitfei­ernden entzündet, weil Christus, dein Licht, unsere Schatten verklärt. Ein Evan­ge­lium in 6 Spra­chen gelesen und Fürbitten für die unend­lich schei­nende Liste der Länder in denen krie­ge­ri­sche Ausein­an­der­set­zungen sind und für jedes wird ein Licht auf den Altar gestellt.


Stille, Vater­unser, Segen und Ankün­di­gung von Zeit.

Und die Einla­dung, die je eigene Kerze nach vorn zu bringen, mit Anliegen und Sorgen vor Gott zu tragen und weiterhin die wunder­schönen Gesänge, die gesam­melte Atmo­sphäre und das Gespür für die Gegen­wart des Göttlichen.

Das ist es, glaube ich, was die Menschen an dieser Form des Gottes­dienstes so lieben: Alle Sinne werden ange­spro­chen, die ruhigen Gesänge, die jeder sehr schnell mitsingen oder summen kann, keine fest­ge­legten Rituale und ein Gefühl des Gebor­gen­seins in Licht, Raum und Klang. Leib und Seele, Herz und Verstand kommen zur Ruhe und können sich einschwingen, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, dass tief in uns schlum­mert und so selten zutage kommen kann. Das Geheimnis der Gegen­wart Gottes in jedem Menschen und im Sakra­ment des Altares, in Licht und Klang und im Kreuz, durch das uns Tod in Aufer­ste­hung errungen worden ist.

Ich hätte noch stun­den­lang bleiben und lauschen und staunen und beten können. Verge­wis­sern wir uns doch öfter dieser wunder­baren Gegen­wart Gottes in uns.

Sr. Katha­rina Hartleib
(Konvent San Damiano)

 

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