Vor einiger Zeit machten meine Frau und ich eine „Haldentour“ im Ruhrgebiert. Dabei besuchten wir auch die Halde der Zeche Prosper Haniel bei Bottrop, weil dort hinauf ein ungewöhnlicher Kreuzweg (1995 eingeweiht) führt und sich oben auf einem Plateau auch ein Gipfelkreuz befindet.
Die 15 Stationen des Kreuzweges geleiten Besucher zu jeder Jahreszeit auf den Gipfel – eine jede markiert von einer Kupfertafel mit der Darstellung der Leiden Christi und einem Arbeitsgerät aus der Welt der Bergleute. Das Haldenkreuz selbst erinnert an den Besuch von Papst Johannes Paul II. am 2. Mai 1987 auf Prosper-Haniel. An Karfreitag gibt es seit den 90er-Jahren eine sehr gut besuchte Prozession über den Kreuzweg hinauf zum Gipfelkreuz.
Auf den Kupfertafeln fanden sich interessante „Gedanken“ und Zitate, die ich auszugsweise zum „Nachdenken“ hier wiedergebe:
IV. Station: Jesus begegnet seiner Mutter
„Die Lebenskraft des Ruhrgebietes ist die Solidarität. Bei aller geforderten Sachgerechtigkeit muss stets die Achtung vor der unantastbaren Würde des Menschen bestimmend sein, nicht nur der einzelnen Arbeiter, sondern auch ihrer Familien, nicht nur der Menschen von heute, sondern der kommenden Generationen.“
(Papst Johannes Paul II.)
VI. Station: Veronika hält das Schweißtuch
„Wir können das Antlitz Gottes nicht sehen, aber wir können ihn in seiner Hinwendung zu uns erfahren, wenn wir das Antlitz unseres Nächsten ehren, des anderen, der uns mit seinen Nöten in Anspruch nimmt.“
(Papst Franziskus)
VIII. Station: Weinende Frauen
„Der Christ darf sich nicht gleichgültig verhalten gegenüber Zuständen im natürlichen Leben.
(Nikolaus Groß, Bergmann, Opfer der Nationalsozialisten)
X. Station: Beraubung der Kleider
„Der Mensch ist mehr wert durch das, was er ist, als durch das, was er hat.“
(II. Vatikanisches Konzil, 1965)
XI. Station: Angekommen
„Unser Glaube aber ist stark, die Hoffnung groß und hoffentlich die Liebe so brennend heiß, daß sie Berge versetzen kann.“
(Gottfried Könzgen, Arbeitersekretär, Opfer der Nationalsozialisten)
XV. Station: Auferstehung
… und er hat sein helles Licht bei der Hand (aus einem alten Bergmannslied)
„Haltet das Licht des Lebens, das Licht Eures Glaubens, fest in Herz und Hand! Dann braucht Ihr um das Morgen nicht zu bangen.
Gott segne Euch! Glück auf!“
(Papst Johannes Paul II.)
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Heinz Heider
(Gemeindemitglied St. Martinus)
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