Fronleichnam auf dem Dorf
Ich besuche seit einigen Jahren eine kreative Schreibwerkstatt in Köln. Jeder der Termine steht unter einem anderen Motto. Die Kursleiterin bereitet entsprechende Impulse vor, leitet in das Thema ein und die Teilnehmer/innen können dann 10 Minuten frei dazu schreiben. Anschließende lesen wir uns die entstanden „Werke“ vor. Bei der Erstellung eines Textes oder Gedichtes sind die ersten Minuten die kreativsten.
Die vergangene Kursstunde hatte den Titel „Feiertag“.
Das nachfolgende Gedicht „Fronleichnam auf dem Dorf“ habe ich dazu geschrieben und sehr unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Von geweckten Kindheitserinnerungen bis zu „altmodisch“ und nicht mehr zeitgemäß …
Festhochamt mit Tedeum in lateinischer Sprache
Weihrauchschwenkende Messdienerschar
Musikbegleitende Prozession mit klarer Formation
Männer und Frauen getrennt
Kommunionkindern in gestärkter Festtagskleidung
Baldachingeschützt wird der Pastor mit dem Allerheiligsten geleitet
Farbenfrohe Blumenaltäre und Pfingstrosenduft
rot‑, gelb und blau gestreift Fahnenalleen,
Schützenbrüder in grün/weißen Uniformen
Männergesangverein singt traditionelle Kirchenlieder
Ohrenbetäubende Salutschüsse
Zünftiges Frühschoppenkonzert und Sonntagsbraten-Duft.
Ich finde es sehr interessant, was ein paar Zeilen bei den Zuhörern bewirken kann.
Und in Iseringhausen haben wir auch in diesem Jahr wieder „traditionell“ Fronleichnam gefeiert.
Sonntagsgrüße aus dem Iseringhauser Grund!
Guido Viedenz
(Kirchenvorstandsmitglied St. Antonius Einsiedler Iseringhausen)
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