Gedanken zum Tag — 23.Oktober 2022 — 30. Sonntag im Jahreskreis

Neustart in vertrautem Rahmen

Wie die Zeit verfliegt! Jetzt bin ich schon seit etwas über acht Wochen in Olpe und fast genauso lange Novizin, also Schwester in der Ordens­aus­bil­dung, bei den Olper Franziskanerinnen.

Der Rahmen ist vertraut: Beten, Arbeiten, gemeinsam den Tag gestalten, sich mitein­ander über Aktu­elles, Gewe­senes und Kommendes, Probleme und Heraus­for­de­rungen austau­schen. Der Ort und die Menschen sind neu. Wohl­ge­merkt: Ich bin „Auslän­derin“. Ich komme aus Franken und bin auch noch stolz darauf. Da kann es dann z.B. schon mal zu netten Diskus­sionen kommen, wie denn die deut­sche Sprache richtig zu verwenden ist… Oder der nette Hinweis, dass der Bach, an dem ich gerne entlang gehe, Olpe heißt und dass das ein Fluss ist.

Das Einleben und hier Ankommen bedürfen also erstmal der Orien­tie­rung und einer gewissen Offen­heit, sich auf das Neue einzu­lassen. Das ist schon eine Heraus­for­de­rung, die Kraft kostet und den Willen, sich in neue Kontexte einzu­ordnen. Nach meiner tiefen Über­zeu­gung gelingt das mit der Hilfe Gottes. ER ist es, der jeden von uns führt und begleitet.

Neustart in vertrautem Rahmen – das kennen Sie auch. Jeden Tag neu müssen wir uns auf die Heraus­for­de­rungen des Tages einstellen. Jeden Tag neu müssen wir uns bemühen, den Willen Gottes zu erkennen und zu tun – jeder für sich und alle gemeinsam.

Darum bittet das heutige Tagesgebet:
„Allmäch­tiger, ewiger Gott,
mehre in uns den Glauben,
die Hoff­nung und die Liebe.
Gib uns die Gnade,
zu lieben, was du gebietest,
damit wir erlangen, was du verheißen hast.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.“

So versuche ich meinen Weg zu finden – mit Gottes Hilfe in und mit der Gemein­schaft der Olper Franziskanerinnen.

Sr. Caja Steffen
(Novizin, Konvent San Damiano Olpe)

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