Gedanken zum Tag – 18. Februar 2024 – Erster Fastensonntag

18. Feb 2024

Erster Fasten­sonntag:
In diesem Jahr habe ich mir „Handy-Fasten“ vorge­nommen. Keine Angst, auf persön­liche WhatsApp- oder Signal-Nach­richten auf meinem Smart­phone werde ich schon noch antworten, aber ziel­loses Scrollen oder Daddeln – habe ich mir vorge­nommen – soll es in den nächsten Wochen nicht geben.

Woher dieser Vorsatz kommt? Zum einen erschre­cken mich die stets neuen Rekord­zahlen über die stetig wach­sende Online-Zeit von uns allen. Mehr als drei Stunden pro Tag ist jeder Einzelne von uns durch­schnitt­lich im Internet. Zum anderen nehme ich beson­ders bei Kindern und Jugend­li­chen war, dass der Stel­len­wert und die Nutzungs­in­ten­sität des Handys mehr und mehr zunehmen. Niemand unter­hält sich mehr beim Warten auf den Schulbus an der Bushal­te­stelle. Alle starren wie gebannt aufs Handy und lassen die flinken Finger neue Messages in die Tastatur tippen (vermut­lich an die Mitschüler und Mitschü­le­rinnen, die drei Meter nebenan stehen).

Die bedenk­lichste Beob­ach­tung machte ich in diesem Zusam­men­hang Anfang des Monats gemeinsam mit meiner Frau bei einem Ausflug nach Trier. Wir hatten es uns in einem Café bei Kaffee und Kuchen gemüt­lich gemacht, als uns am Nach­bar­tisch ein älterer Herr mit einem ca. 5‑jährigen Jungen auffiel, der augen­schein­lich sein Enkel war. Während der guten Stunde, die wir im Café verbrachten, wech­selten Enkel und Groß­vater nicht ein Wort mitein­ander. Der Enkel wegen eines für ihn offen­sicht­lich unsagbar span­nenden Jump and Run-Spiels auf seinem Kinder­handy und der Groß­vater, weil es für ihn beim Scrollen auf irgend­einer Social-Media-App wohl Inter­es­san­teres zu entde­cken gab als im Gespräch mit seinem Enkel. Was für eine vertane Zeit und welch verpasste Gele­gen­heit für Groß­vater und Enkel, dachten wir.

Natür­lich ist mir bewusst, dass die Nutzung von Compu­tern, Note­books und Smart­phones heut­zu­tage elemen­tarer Bestand­teil unseres wirt­schaft­li­chen und gesell­schaft­li­chen Zusam­men­le­bens ist. Wir sollten aber alle darauf achten, dass unsere Online-Zeit nicht so weit reicht, dass unsere zwischen­mensch­li­chen Bezie­hungen und auch unsere Bezie­hung zu Gott darunter leiden.

Deshalb mein Vorsatz: Das Handy mal mehr in der Tasche lassen und statt­dessen mit mir wich­tigen Menschen und mit meinem Schöpfer persön­lich spre­chen. Ich hoffe, das gelingt mir!

Herz­liche Grüße
Dr. Stefan Reißner
(Vorstands­mit­glied Gesamtpfarrgemeinderat)

 

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