Heute wird das Adventsfenster im Konvent San Damiano geöffnet.
Seit November 2009 sind wir in der Innenstadt von Olpe. Wir leben in wechselnden Zusammensetzungen und mit häufigen Gästen.
Wir arbeiten in der Verwaltung der Provinz im Mutterhaus, beim Domradio in Köln, in der Leitung der deutschen Provinz der Olper Franziskanerinnen und in vielen Engagements in der Kirche und in der Ordensgemeinschaft.
Unser Konvent ist der Noviziatskonvent für die Schwestern, die neu in die Ordensgemeinschaft kommen und ein Konvent zum Mitleben für junge Frauen, die sich über das Ordensleben live und in Farbe informieren wollen.
Ein großes Anliegen ist uns die Anbetung des Allerheiligsten in unserer Kapelle, die dazu auch alle einlädt, die mal für ein paar Minuten zur Ruhe kommen und Beten möchten.
Die Tür zu Kapelle ist übern Tag immer offen.
Und der Dienst an den Mitmenschen ist uns wichtig: in der Seelsorge und in der Gesprächsbegleitung, im Kontakt mit jungen Leuten und im vielfältigen Einsatz für die Menschen, die unsere Hilfe brauchen.
Sich auf den Weg machen
Unser Fenster ist eine Figurengruppe auf der Stadtmauer. Josef und Maria, die auf dem Esel sitzt, sind unterwegs. Sie sind es echt nicht freiwillig, sondern gezwungen. Weil der römische Kaiser seine wehrfähigen Untertanen zählen will, müssen sich alle in ihren Geburtstorten eintragen lassen.
Für Maria wäre es tausendmal besser gewesen zuhause zu bleiben und im fertigen Haus mit den helfenden Händen und Herzen ihren Sohn auf die Welt zu bringen.
Aber da fragen keine Kaiser nach, sondern Befehl ist Befehl und alle müssen gehorchen.
Es ist oft so, dass wir schon gern wüssten, wo es lang geht, wenn unbekannte Sachen auf uns zukommen und wir keine Idee haben, wie das gehen soll. Ob es jetzt ein Studium, eine Ausbildung, ein Umzug eine Familiengründung ist. Es hilft nicht besonders gut, sich hin zu setzen und zu warten bis die Zeiten sich beruhigt haben, oder ich mehr Gewissheit habe oder mir jemand sagt, wie ich das machen soll.
Maria und Josef können uns da ganz gut weiterhelfen: ihnen hat die Anordnung des Kaisers nicht in die Planung gepasst, sie haben wahrscheinlich genauso gemotzt und sich aufgeregt und tagelang debattiert.
Aber: sie sind gegangen. Sie haben es gewagt, gegen alle Vernunft loszugehen und zu hoffen.
Zu hoffen, dass es gut geht, dass ihr Gott, dessen Geheimnis sie tragen, ihnen auf dem Weg hilft und sie an das Ziel bringt, dass seinem Willen entspricht.
Nicht die schlechteste Idee in schwierigen Zeiten.



