Gedanken zum Tag – 09. September 2026 – Mitt­woch der 23. Woche im Jahreskreis

9. Sep. 2026

Die Mauer des Schwei­gens durch­bre­chen: Hinschauen. Zuhören. Da sein.

Manchmal wird das Leben so schwer, dass ein Mensch keinen Ausweg mehr sieht. Am 10. September, dem Welttag der Suizid­prä­ven­tion, denken wir an Menschen, die durch Suizid aus dem Leben gegangen sind – und an die Ange­hö­rigen und Freunde, die mit ihrer Trauer, ihren Fragen und oft auch mit Schuld­ge­fühlen zurückbleiben.

Suizid hinter­lässt tiefe Wunden. Noch immer fällt es vielen schwer, darüber zu spre­chen. Doch gerade das Schweigen kann einsam machen. Deshalb brau­chen Betrof­fene Menschen, die zuhören, ohne zu bewerten, die Trauer aushalten und einfach da sind.

Der Tag der Suizid­prä­ven­tion richtet unseren Blick aber auch auf dieje­nigen, die heute sagen: „Ich kann nicht mehr.“
Wir sollten solche Worte ernst nehmen. Nach­fragen. Zuhören. Nähe anbieten. Und gemeinsam nach Hilfe suchen. Wir müssen nicht die rich­tigen Antworten haben. Manchmal kann schon die Erfah­rung, dass jemand bleibt und sagt „Du bist nicht allein“, ein wich­tiger Schritt zurück ins Leben sein.

Was können wir als Christen tun?
Viel­leicht vor allem: hinschauen, statt wegzuschauen.
Wir können Menschen anspre­chen, die sich zurück­ziehen. Wir können offen über Verzweif­lung und Suizid spre­chen und damit die Mauer des Schwei­gens ein Stück durch­bre­chen. Wir können Hilfe vermit­teln und Menschen in ihrer Not begleiten.

Unser Glaube verspricht uns kein Leben ohne Dunkel­heit. Aber er sagt uns: Gott lässt uns auch im dunkelsten Tal nicht allein.
Und viel­leicht können wir einander genau diese Nähe schenken:
Bleib, ich höre dir zu, du musst das nicht allein tragen.
Denn manchmal beginnt Hoff­nung ganz klein – mit einem Menschen, der bleibt.

Gebet
Gott des Lebens,
sei nahe bei allen,
die keinen Ausweg mehr sehen.
Schenke ihnen Menschen,
die zuhören, hinschauen und bleiben.
Tröste alle,
die einen Menschen durch Suizid verloren haben,
und gib uns Mut,
über Verzweif­lung zu sprechen.
Lass uns fürein­ander Hoff­nung sein. Amen.

Regina Bongers
(Notfall­seel­sor­gerin)

 

Noch ein Hinweis in eigener Sache:

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