Gedanken zum Tag — 15. November 2023 — Mitt­woch der 32. Woche im Jahreskreis

15. Nov 2023

„Verschafft Recht den Unter­drückten und Waisen, verhelft den Gebeugten und Bedürf­tigen zum Recht!“, ruft uns der Psal­mist heute zu. Ganz nach diesem Motto lebte auch die Grün­derin der Olper Fran­zis­ka­ne­rinnen, Maria Theresia Bonzel. Den 10. Jahrestag ihrer Selig­spre­chung feierten wir am letzten Wochen­ende in St. Martinus mit einem Konzert und einem feier­li­chen Gottesdienst.

Ganz nach ihrem Motto „ER (Christus) führt, ich gehe“, hat es mich nach Oschers­leben verschlagen, wo ich seit Anfang September mit fünf Schwes­tern lebe. Oschers­leben liegt im Südwesten der Magde­burger Börde. In diesem schönen kleinen Städt­chen wurde im Jahre 1875 ein Waisen­haus gegründet, dessen Leitung 1890 von Olper Fran­zis­ka­ne­rinnen über­nommen wurde. Das Haus wurde mehr­fach umge­baut und schließ­lich als Alten­heim genutzt. In der obersten Etage dieses Hauses wohnen die Schwes­tern auch heute noch.

Gleich gegen­über befindet sich die Pfarr­kirche St. Marien, daneben die katho­li­sche Grund­schule. Unser direkter Nachbar ist der katho­li­sche Kinder­garten „St. Fran­ziskus“. Diese katho­li­sche Insel mitten in der Diaspora zeichnet sich durch ein gutes Mitein­ander aus. Gleich neben der Kirche befindet sich noch ein Konvent indi­scher Ordens­schwes­tern der Kongre­ga­tion „Schwes­tern der Anbe­tung des Heiligen Sakramentes“.

„ER führt, ich gehe“ – nach diesem Motto sind die Schwes­tern hier in Oschers­leben präsent und für die Menschen aktiv.

„Dankt für alles, denn das will Gott von euch, die ihr Christus Jesus gehört.“ Christus selbst hat sich zum Diener aller gemacht und hat auch uns aufge­tragen, die Liebe Gottes an alle Menschen weiter­zu­geben. Und das ist auch das, was mich am meisten beein­druckt: Mit wie viel Liebe die Schwes­tern sich um ihre Mitmen­schen kümmern, z.B. mit kleinen hand­ge­ar­bei­teten Geschenken für die Mitar­beiter des Hauses oder mit regel­mä­ßigen Besu­chen in Alten­heim und Gemeinde. Es wird gehä­kelt, gestrickt und gebas­telt, die Kunst­werke als kleines Danke­schön verschenkt oder verkauft und der Erlös für die ordens­ei­genen Projekte gespendet.

Auch ich darf mich während meines Prak­ti­kums rege am Leben der Gemeinde betei­ligen: Basteln mit den Grund­schü­lern, den Kindern der Kinder­ta­ges­stätte die Kirche und den Glauben näher­bringen und natür­lich jeden Tag die Hl. Messe mitfeiern. Span­nend ist es für mich vor allem immer dann, wenn Menschen aus ihrem Leben berichten. Es scheint mir so oft eine fremde Welt zu sein, ein Leben, das so ganz anders verlief als meines.
Immer wieder habe ich auch Gele­gen­heit, die schöne Land­schaft zu genießen: Weite Felder, flaches Land mit viel Grün. Sofern es das Wetter erlaubt, fahre ich mit dem Fahrrad in die Nach­bar­orte zur Hl. Messe oder zu Geburts­tags­be­su­chen. So bin ich dankbar für alle neuen Erfah­rungen und Begeg­nungen hier, auch wenn es viel zu weit weg ist von zu Hause.
„Gott ist es, der in euch das Wollen und das Voll­bringen bewirkt, noch über euren guten Willen hinaus.“ – Das ist es, was mir die Hoff­nung gibt, dass ich immer mehr in das fran­zis­ka­ni­sche Leben hineinwachse.

Sr. Caja Steffen

 


Wenn Sie, liebe Lese­rinnen und Leser, auch solche Gedanken über das Leben oder über irgend­etwas anderes haben, dann schreiben Sie es auf und schi­cken es uns. Wir geben ihre Gedanken gerne im Tages­im­puls an andere weiter. Sie können uns schreiben unter gedankenzumtag@gmx.de .

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