„Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden.“
Dieser Satz aus dem Osterevangelium bleibt eine Zumutung. Schon die ersten Jünger taten sich schwer damit. Zweifel, Zögern, tastende Hoffnung – all das gehört von Anfang an zur Geschichte der Auferstehung.
Die Auferstehung lässt sich nicht beweisen. Kein leeres Grab, keine späteren Erzählungen über das freiwillige Sterben der Apostel für den Glauben an Jesus Christus können sie absichern. Und doch steht an diesem Punkt alles auf dem Spiel. Ohne Auferstehung bleibt Jesus nur ein gescheiterter Mensch mit großen Worten und kurzer Wirkung. Durch die Auferstehung aber wird er zum Sohn Gottes, zum Christus, zum Zeichen der Treue Gottes, der Menschen nicht dem Tod überlässt.
Der Glaube an die Auferstehung entsteht nicht durch Anordnung, Zwang oder unwiderlegbare Argumente. Er ist eine Entscheidung. Eine Entscheidung dafür, dass Hoffnung stärker ist als bloße Erfahrung. Dafür, dass Liebe nicht am Grab endet. Dafür, dass Gott dem Leben eine Zukunft eröffnet, die größer ist als das, was sichtbar ist.
Manchmal zeigt sich diese Hoffnung:
Wenn ein Mensch nach einer Enttäuschung wieder Vertrauen wagt.
Wenn jemand nach einem Verlust nicht im Dunkel stecken bleibt, sondern Schritt für Schritt ins Leben zurückfindet.
Solche Erfahrungen sind keine Beweise, aber sie öffnen einen Blick dafür, dass neues Leben möglich ist, wo alles verloren scheint. – Ostern stellt somit die Frage, wofür ich mich im Leben entscheide.
Ich wünsche allen eine gesegnete österliche Zeit!
Pfarrer Johannes Hammer
Noch ein Hinweis in eigener Sache:
Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, auch solche Gedanken über das Leben oder über irgendetwas anderes haben, dann schreiben Sie es auf und schicken es uns. Wir freuen uns über jeden Beitrag! Falls Sie in Ihrem Beitrag (ausnahmsweise!) fremde Texte/Textteile verwenden, beachten Sie bitte UNBEDINGT die Urheberrechte.
Sie können uns schreiben unter gedankenzumtag@gmx.de .



