„Was kommt da auf uns zu? Agatha und der Mut zum Miteinander“
In einer Zeit, in der viele fragen: „Was kommt da auf uns zu?“, feiert Olpe am 5. Februar die heilige Märtyrerin Agatha – seit Jahrhunderten Stadtpatronin, angerufen um Fürbitte und Schutz. Ihre Gestalt erinnert: Hoffnung entsteht nicht aus Überlegenheit, sondern aus innerer Freiheit und Treue.
Die gegenwärtige Lage unserer Gesellschaft ist von Angst vor Konflikten und Radikalisierung, von Sorge über Verrohung, Isolierung und Unaufmerksamkeit sowie von Ungewissheit in den Transformationsprozessen geprägt.
Doch die Lesung des Festes (1 Kor 1,26–31) setzt einen überraschenden Akzent: Gott wählt oft das Kleine und scheinbar Schwache, damit deutlich wird, worauf es wirklich ankommt. Jesus Christus ist unsere Weisheit, Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung – nicht als frommer Satz, sondern als Orientierung: unterscheiden lernen, Würde schützen, wach bleiben, nicht ausbrennen.
Das Evangelium am Agatha-Tag (Lk 9,23–26) warnt vor der größten Gefahr: sich selbst zu verlieren – als Einzelne und als Gemeinwesen. Wer nur „gewinnen“ will, kann am Ende Menschlichkeit, Vertrauen und Zusammenhalt verspielen. Darum ruft Jesus zur täglichen Nachfolge: Realität (er)tragen ohne Verbitterung, Verantwortung übernehmen ohne Härte, mutig handeln ohne Angst als Ratgeberin.
Agatha steht dafür, dass man ohne Machtmittel standhaft bleiben kann. Ihre Fürbitte ermutigt zu einem Miteinander, das konkret wird: Aufmerksamkeit statt Gleichgültigkeit, eine Sprache, die verbindet statt verletzt, Gemeinschaft statt Isolation, Gestaltungswille statt Lähmung.
Direktor Msgr. Dr. Michael Menke-Peitzmeyer, Schwerte
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