Freitag, 24. April 2020. Heute um 18:00 Uhr sollte eigentlich die Firmung unseres ältesten Sohnes stattfinden. Wegen des Coronavirus wurde die leider auf unbestimmte Zeit verschoben. Das ist in erster Linie schade für die Jugendlichen, aber auch schade für mich als Mutter dreier pubertierender Kinder. Von der Firmung und der Firmvorbereitung hatte ich mir neue Impulse für meinen Sohn und ganz ehrlich auch eine Entlastung und Unterstützung in der Glaubensvermittlung versprochen.
Sie kennen vielleicht den Spruch „Einen Teenager zu erziehen ist wie Pudding an die Wand nageln“. Den christlichen Glauben zu vermitteln empfinde ich in dieser Phase oft noch schwieriger als Pudding an die Wand zu nageln. Etablierte Glaubensformen werden äußerst kritisch von unseren Kindern hinterfragt und meine Standardantwort auf schwierige Fragen „Da wird der liebe Gott sich schon was bei gedacht haben“ zieht schon lange nicht mehr. Wir Eltern sind gefordert Zweifel der Kinder ernst zu nehmen und uns vor allem immer wieder neu mit unserem eigenen Glauben auseinander zu setzen.
Die Coronakrise zwingt uns aktuell zusätzlich dazu. Was tun anstelle des Messbesuchs, der in unserer Familie zwar zunehmend umkämpft ist, aber irgendwie seit Jahren zum Wochenende dazu gehört? Ein Gottesdienst auf der Wohnzimmercouch? Gemeinsames Beten in der ansonsten leeren Kirche? Da gilt es aktiv und kreativ zu werden, zu verhandeln und sich ausdauernd über allerlei Nörgeleien hinweg zu setzen. Ich freue mich auf die Zeit, wenn die Kontaktsperren aufgehoben werden und ReligionslehrerInnen, Priester, MessdienerleiterInnen und das MitarbeiterInnen-Team der Firmvorbereitung wieder mehr Unterstützung für die Glaubensvermittlung der Kinder bieten können. Diese Entlastung und Bereicherung für unsere ganze Familie weiß ich ganz neu zu schätzen!
Ein schönes Gebet zu diesem Thema habe ich im Gotteslob entdeckt:
Gott,
wir danken dir für unsere Kinder.
Du hast sie uns geschenkt.
Sie machen uns Freude, aber auch Sorgen.
Darum bitten wir dich:
Herr, segne unsere Kinder.
Schenke ihnen Selbstständigkeit,
dass sie ihr Leben zu meistern lernen.
Stelle ihnen treue Freunde zur Seite,
die sie unterstützen und begleiten.
Sei du ihnen verlässlicher Halt,
und leite ihr Denken und Tun.
Bleibe bei uns, wir vertrauen auf dich.
Viele Grüße!
Ihre Susanne Schönauer



