Stockmann-Orgel in St. Cyriakus Rhode
Nach über 30-jährigen Bemühungen erhielt die Kirche in Rhode 1863 ihre erste Orgel: ein gebrauchtes, schon rund 200 Jahre altes Instrument aus Belecke, das der Orgelbauer Adam Fischer aus Herdecke in Rhode aufstellte. Diese Orgel hatte 11 Register und wurde 1893 durch den Orgelbauer Fritz Clewing aus Fulda auf 17 Register erweitert.
Die Firma Gebr. Stockmann Orgelbau aus dem Wallfahrtsort Werl baute 1948 für die Rhoder Pfarrkirche eine neue Orgel mit 16 Registern. Die mit pneumatischer Spiel- und Registertraktur gebaute Orgel erhielt eine Disposition, die eine Mischung aus der Tradition des spätromantischen Orgelklangs mit einer breiten 8‘-Register-Palette und einigen orgelbewegten Stimmen wie Superquinte 1⅓, Nachthorn 2‘ darstellte. Die Windladen waren als Kegelladen konstruiert; neben den üblichen Manual- und Pedalkoppeln gab es auch eine Superoktavkoppel (ausgebaut!) und eine Suboktavkoppel. Feste und eine freie Kombination sowie eine automatische Pedalumschaltung waren als Spielhilfen vorhanden.
Nach dem Deckeneinsturz der Kirche erfolgte 1958 eine Renovierung und Umgestaltung durch den Orgelbauer Carl Dasbach aus Hoppecke.
Im Zuge der Restaurierung der Kirche im Jahr 1974 wurde die Orgel grundlegend umgebaut. Sie erhielt einen neuen Spieltisch und ein neues Orgelgehäuse. Außerdem wurden für das Pedal neue Kegelladen verbaut. Eine elektrische Spiel- und Registertraktur ersetzte die alte pneumatische Traktur.
Die Disposition wurde verändert und „aufgehellt“: außer der Gambe 8‘ entfielen nun alle „romantischen“ Stimmen, hinzu kamen „neobarocke“ Register wie Sesquialtera 2 ⅔’ oder im Pedal Choralbass 4‘. Die übernommenen Register wurden überarbeitet und gereinigt. Mit dem neuen Spieltisch wurden auch die Spielhilfen erneuert: die Orgel hatte nun Einzelabsteller, eine freie Kombination sowie eine freie Pedalkombination.
Im Jahr 2019 erfolgte eine Reinigung und Schimmelbehandlung der Orgel. Die elektrische Anlage wurde überholt und saniert durch die Firma Gebr. Stockmann.
I. Manual |
C — g”’ |
| Bordun | 16′ |
| Prinzipal | 8′ |
| Gamba | 8′ |
| Oktav | 4′ |
| Flöte | 4′ |
| Waldflöte | 2′ |
| Mixtur 4f. | 1 ⅓’ |
| Trompete | 8′ |
| Manualkoppel II‑I |
II. Manual |
C — g”’ |
| Gedackt | 8′ |
| Prinzipal | 4′ |
| Blockflöte | 2′ |
| Quinte | 1 ⅓’ |
| Sesquialtera | 2 ⅔’ |
Pedal |
C — f’ |
| Subbass | 16′ |
| Oktavbass | 8′ |
| Choralbass | 4′ |
| Koppel II‑P | |
| Koppel I‑P |
Quellenangabe zu Text
Olpe. Geschichte von Stadt und Land. Band 4. Bild- und Dokumentarband. Teilband 2. Von der Reichsgründung 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs 1918, Herausgegeben im Auftrag der Kreisstadt Olpe: Stadtarchiv Olpe. Josef Wermert, Olpe 2019
