Gleich dreifachen Grund zum Feiern hatten am Samstag Kinder, Eltern und Erzieherinnen des Rhoder Kindergartens St. Cyriakus: Zum einen stand das Jubiläum des katholischen Kindergartens an, der 1976, damals in Trägerschaft der Kirchengemeinde, eröffnet wurde. Zum anderen wurde der 1,8 Millionen Euro teure Anbau eröffnet, in dem zwei weitere Gruppen Platz gefunden haben. Und zum dritten hatte auch der Förderverein der Einrichtung einen Anlass zum Feiern, unterstützt er doch seit genau 25 Jahren die Einrichtung.
Der Auftakt des Fests wurde mit einem Wortgottesdienst in der dem Kindergarten unmittelbar benachbarten Pfarrkirche St. Cyriakus begangen. Ungewöhnlich für einen Kindergartengottesdienst: Diesmal durften die Kinder bei ihren Eltern sitzenbleiben; das Team der Einrichtung übernahm die Gestaltung und lud die Kinder zum Mitfeiern des Gottesdienstes ein. Geleitet wurde er von Gemeindereferentin Marie-Christine Zeppenfeld, die das Motto des Tages, den Regenbogen, aufgriff. Die im Kindergarten bisher vorhandenen, nach Farben genannten Gruppen Rot, Grün, Gelb und Blau werden durch den Neubau durch Orange und Lila erweitert, womit der Regenbogen komplett ist. Genau das mache die Farbvielfalt des Regenbogens aus: Er stehe dafür, verschieden zu sein und trotzdem zusammenzugehören.
Im Anschluss fand ein kurzer offizieller Teil am Neubau statt. Kindergartenleiterin Ilona Winkel begrüßte zahlreiche Eltern, Kinder, Ehemalige, Nachbarn und Vereinsvertreter aus Rhode, mit denen der Kindergarten eine enge Kooperation pflegt. Sie betonte, der Kindergarten sei im Lauf seiner 50 Jahre nun auf das Doppelte seiner Ursprungsgröße angewachsen; nachdem die ursprünglich dreigruppige Einrichtung vor einigen Jahren schon um eine Gruppe samt Nebenräumen erweitert worden ist, sind es nun derer sechs. Besonders freute sie sich, dass die erste Leiterin der Einrichtung, Gabriele Vollmer, den Weg zum Fest gefunden hatte. Eine besondere Ehrung gab es für Edmund Feldmann: Der viele Jahre im Kirchenvorstand für den Kindergarten Verantwortliche hatte sich noch kurz vor dem Trägerwechsel zur heutigen kirchlichen WIR-KiTAS gGmbH dafür eingesetzt, dass die Pfarrei ein oberhalb liegendes Grundstück als zusätzlichen Spielplatz bekommt. Der Zugang dorthin heißt nun “Edmund-Feldmann-Weg”. Sie dankte dem Träger, dem Kreis, den Planern und allen am Bau beteiligten Firmen dafür, dass die Einrichtung pünktlich fertiggestellt worden sei.
Peter Schmitz, Bereichsleiter der WIR-KITAS als Trägervertreter, blickte kurz zurück: Vor 50 Jahren hätten noch ganz andere Bedarfe geherrscht als heute, doch sei der St.-Cyriakus-Kindergarten im Lauf dieser Zeit immer wieder an die neuen Herausforderungen angepasst worden, sodass er sich nun auf neuestem Stand präsentiere. Vom Fachdienst Finanzielle Jugendhilfen des Kreises Olpe kam Gregor Dubratz. Er betonte, der Kreis könne nur beschließen und Mittel zur Verfügung stellen — er sei auf Träger wie die WIR-KITAS angewiesen, die im Kreis Olpe ganz vorn dabei seien. Der Rhoder Kindergarten beschließe das Ausbauprogramm, bei dem der Kreis fast 1000 neue Kindergartenplätze habe schaffen lassen. Er hatte die Original-Einladung von 1976 aus der Bauakte des Kreises mitgebracht. Von den 1,8 Millionen Euro, die der Anbau verschlungen hat, habe der Kreis 1,1 Millionen Euro getragen, den Rest der Landschaftsverband Westfalen-Lippe.
Bürgermeister Tobias Schulte freute sich, dass der Anbau so gelungen sei. Der Kindergarten sei ein wesentlicher Grundstein für das Leben der Kinder; hier entstünden oft Freundschaft, die ein Leben lang hielten. Und Ortsvorsteher Steffen Sasse nannte den Tag “absolut geschichtsträchtig” für Rhode. “Der Anbau ist eine Investition in die Lebendigkeit des Ortes.” Er lobte besonders das Netzwerk der Einrichtung: Ob durch Kinderkarneval oder Kinderschützenfest: “Die Vereine bringen Tradition in den Kindergarten, und der Kindergarten bringt Leben in die Vereine.” Auch die enge Kooperation mit der benachbarten Grundschule trage dazu bei, dass hier das Fundament für die Zukunft des Dorfes gesetzt werde.
Seitens des Fördervereins sprach Vorsitzende Dr. Silja Lockemann, die allen Helferinnen und Helfern des Vereins wie des Elternbeirats dankte für ihre Mithilfe beim Fest und betonte, wie richtig die Entscheidung der Gründer vor einem Vierteljahrhundert gewesen sei, einen solchen Förderverein ins Leben zu rufen.
Abschließend ergriff Pfarrer Johannes Hammer das Wort. Anhand der Kindersegnung aus dem Markus-Evangelium mit dem Zitat “Lasst die Kinder zu mir kommen, hindert sie nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes” ging er zur Segnung der neuen Räume über: Begleitet von Eltern, Kindern und Erzieherinnen ging er durch den kompletten neuen Anbau und besprengte die Räumlichkeiten mit Weihwasser. Die Dorfvereine hatten Abordnungen geschickt, die gute Wünsche überbrachten und Spenden oder Geschenke überreichten. Einen Ehrenplatz an einer Wand des Neubaus wird das Geschenk der “Löschkids”, der Kinderabteilung der Olper Feuerwehr, erhalten: Sie haben das Bild eines Schutzengels gebastelt.
Im Anschluss hatten die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, den Neubau in Augenschein zu nehmen. Gleichzeitig startete ein fröhliches Fest auf dem Kindergartengelände, bei dem sich die Besucherinnen und Besucher, groß und klein, alt und jung, bei frischen Waffeln, Pommes frites, Popcorn, kalten und warmen Getränken stärken konnten. Die Kinder nutzten die Gelegenheit, zu spielen, die Erwachsenen genossen bei spätsommerlichem Wetter die Gelegenheit zu einem Frühschoppen mit Austausch über kindergartennahe wie ‑ferne Themen.

Auf dem Vorplatz des Neubaus fand die Feierstunde anlässlich zweier Jubiläen und der Einweihung des Neubaus statt.

Der Bereichsleiter der WIR-KITAS, Peter Schmitz, hatte Geschenke sowohl für den Kindergarten (rechts Einrichtungsleiterin Ilona Winkel) wie für den Förderverein mitgebracht, das Vorsitzende Dr. Silja Lockemann entgegennahm.

Die Erzieherinnen demonstrierten im Wortgottesdienst spielerisch, dass durch den Zuwachs um zwei Gruppen nun der Regenbogen farblich komplett ist. Aus ursprünglich drei Gruppen wurden nun nach 50 Jahren sechs.


