1. Dezember

1. Dez. 2021

Das Advents­fenster wird heute “geöffnet” vom Gemein­derat St. Mariä Himmel­fahrt, Günse­straße 8, — Schaukasten 

Advent – Ankunft – Wartezeit

Advent – latei­nisch eigent­lich adventus Domini – Ankunft des Herren.

Mit dem ersten Advent, den wir Christen am vergan­genen Sonntag gefeiert haben, beginnt die Warte­zeit. Warten auf das kleine Kind in der Krippe, auf Jesus Christus den Erlöser. 

Warten kann ganz schön anstren­gend sein, lang­wierig und auch lang­weilig, Wir warten auf viele Dinge im alltäg­li­chen Leben, warten auf den Bus, warten auf das Ende der Schul­stunde, warten das der Partner nach Hause kommt. Das Warten ist nicht immer angenehm.

Die Warte­zeit im Advent ist verbunden mit der Vorfreude auf das große Weih­nachts­fest, auf die Ankunft Jesus. Bei Fami­lien mit Kindern bedeutet die Warte­zeit Span­nung auf das Christ­kind, ob der Wunsch­zettel abge­holt wird und viel­leicht auch am Heili­gen­abend ein Geschenk unter dem Weih­nachts­baum liegt.

Doch diese wich­tige Eigen­schaft das Wartens muss man von klein auf lernen. Wie wichtig das Warten lernen ist, zeigt die folgende Geschichte.

Die Geschichte vom Warten

„Warum ist es noch so lange bis Weih­nachten? Warum muss ich noch so lange auf meine Geschenke warten? Ich will jetzt Weih­nachten feiern und meine Geschenke auspa­cken!“, sagte das Mädchen zu seiner Groß­mutter. Da erzählte ihm die Groß­mutter die Geschichte vom Mädchen, das nicht warten wollte.

Es war einmal ein Mädchen, das nicht warten wollte. Es stampfte mit dem Fuß, warf sich auf den Boden und schrie: Ich will nicht dauernd warten, jetzt, jetzt, jetzt will ich alles haben, und rannte hinaus in den Wald. Da begeg­nete ihm eine alte Frau, die hatte Mitleid mit dem Mädchen und schenkte ihm einen Knopf. Den sollte es an sein Kleid­chen nähen, und wenn es einmal nicht warten wollte, brauchte es nur an dem Knopf zu drehen, und schon würde sein Wunsch in Erfül­lung gehen, ganz ohne lästige Wartezeit.
Da war das Mädchen aber froh! Es wünschte sich sofort den Heilig­abend herbei, und schwupp, schon stand es unter dem leuch­tenden Christ­baum mit all den herr­li­chen Geschenken. Die waren schnell ausge­packt, da war dem Mädchen bald lang­weilig und es dachte, jetzt würde es gerne seine Schul­freun­dinnen sehen und sich mit ihnen über die Geschenke austau­schen, da drehte es wieder am Knopf, und schwupp! schon war es in der Schule. Schule war aber auch bald lang­weilig, da wünschte es die großen Ferien herbei.
So ging das immer weiter: als nächstes wünschte es den Schul­ab­schluss, dann den Berufs­ab­schluss, dann den Traum­mann, das eigene Haus, ein Kind (ohne 9 Monate Schwan­ger­schaft natür­lich), dann noch ein zweites Kind, und alles ging ganz schnell, einmal am Knopf drehen, fertig. „Ach, wenn doch nur die Kinder schon im Kinder­garten wären – in die Schule gingen – aus dem Haus wären, damit ich endlich Zeit für mich habe, mit meinem Mann reisen kann … Jetzt wären Enkel schön, eins, zwei drei …,“ so ging das immer fort. Und wie sie dann einmal in den Spiegel sah, war aus dem Mädchen eine alte Frau geworden. Plötz­lich war da nichts mehr zu erwarten als: der Tod.

„Nein, nein“, sagte da das Mädchen zur Groß­mutter, „da will ich lieber warten auf das Christ­kind, auch wenn es schreck­lich lange dauert!“
„Kluges Kind“, entgeg­nete die Groß­mutter, „du wirst sehen: Die Zeit des Wartens ist immer die span­nendste Zeit!“

Quelle A. Gruber, 1. Advent 2020 www.religruber.de

 

Wir wünschen Ihnen im Sinne der Geschichte eine schöne Advents­zeit mit vielen Ideen, die die Warte­zeit verkürzen und bereichern.

Leser interessierten sich auch für:

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner