Das Adventsfenster wird heute “geöffnet” vom Gemeinderat St. Mariä Himmelfahrt, Günsestraße 8, — Schaukasten
Advent – Ankunft – Wartezeit
Advent – lateinisch eigentlich adventus Domini – Ankunft des Herren.
Mit dem ersten Advent, den wir Christen am vergangenen Sonntag gefeiert haben, beginnt die Wartezeit. Warten auf das kleine Kind in der Krippe, auf Jesus Christus den Erlöser.
Warten kann ganz schön anstrengend sein, langwierig und auch langweilig, Wir warten auf viele Dinge im alltäglichen Leben, warten auf den Bus, warten auf das Ende der Schulstunde, warten das der Partner nach Hause kommt. Das Warten ist nicht immer angenehm.
Die Wartezeit im Advent ist verbunden mit der Vorfreude auf das große Weihnachtsfest, auf die Ankunft Jesus. Bei Familien mit Kindern bedeutet die Wartezeit Spannung auf das Christkind, ob der Wunschzettel abgeholt wird und vielleicht auch am Heiligenabend ein Geschenk unter dem Weihnachtsbaum liegt.
Doch diese wichtige Eigenschaft das Wartens muss man von klein auf lernen. Wie wichtig das Warten lernen ist, zeigt die folgende Geschichte.
Die Geschichte vom Warten
„Warum ist es noch so lange bis Weihnachten? Warum muss ich noch so lange auf meine Geschenke warten? Ich will jetzt Weihnachten feiern und meine Geschenke auspacken!“, sagte das Mädchen zu seiner Großmutter. Da erzählte ihm die Großmutter die Geschichte vom Mädchen, das nicht warten wollte.
Es war einmal ein Mädchen, das nicht warten wollte. Es stampfte mit dem Fuß, warf sich auf den Boden und schrie: Ich will nicht dauernd warten, jetzt, jetzt, jetzt will ich alles haben, und rannte hinaus in den Wald. Da begegnete ihm eine alte Frau, die hatte Mitleid mit dem Mädchen und schenkte ihm einen Knopf. Den sollte es an sein Kleidchen nähen, und wenn es einmal nicht warten wollte, brauchte es nur an dem Knopf zu drehen, und schon würde sein Wunsch in Erfüllung gehen, ganz ohne lästige Wartezeit.
Da war das Mädchen aber froh! Es wünschte sich sofort den Heiligabend herbei, und schwupp, schon stand es unter dem leuchtenden Christbaum mit all den herrlichen Geschenken. Die waren schnell ausgepackt, da war dem Mädchen bald langweilig und es dachte, jetzt würde es gerne seine Schulfreundinnen sehen und sich mit ihnen über die Geschenke austauschen, da drehte es wieder am Knopf, und schwupp! schon war es in der Schule. Schule war aber auch bald langweilig, da wünschte es die großen Ferien herbei.
So ging das immer weiter: als nächstes wünschte es den Schulabschluss, dann den Berufsabschluss, dann den Traummann, das eigene Haus, ein Kind (ohne 9 Monate Schwangerschaft natürlich), dann noch ein zweites Kind, und alles ging ganz schnell, einmal am Knopf drehen, fertig. „Ach, wenn doch nur die Kinder schon im Kindergarten wären – in die Schule gingen – aus dem Haus wären, damit ich endlich Zeit für mich habe, mit meinem Mann reisen kann … Jetzt wären Enkel schön, eins, zwei drei …,“ so ging das immer fort. Und wie sie dann einmal in den Spiegel sah, war aus dem Mädchen eine alte Frau geworden. Plötzlich war da nichts mehr zu erwarten als: der Tod.
„Nein, nein“, sagte da das Mädchen zur Großmutter, „da will ich lieber warten auf das Christkind, auch wenn es schrecklich lange dauert!“
„Kluges Kind“, entgegnete die Großmutter, „du wirst sehen: Die Zeit des Wartens ist immer die spannendste Zeit!“
Quelle A. Gruber, 1. Advent 2020 www.religruber.de
Wir wünschen Ihnen im Sinne der Geschichte eine schöne Adventszeit mit vielen Ideen, die die Wartezeit verkürzen und bereichern.



