Gedanken zum Tag — 16. November — Mitt­woch der 33. Woche im Jahreskreis

Am kommenden Samstag ist der Gedenktag der hl. Elisa­beth. In vielen Gemeinden wird dann der Elisa­beth-Tag begangen.

Vor einiger Zeit durfte ich als Mitglied des Regio­nal­vor­standes der Caritas-Konfe­renzen eine Mitar­bei­terin für ihre lang­jäh­rige ehren­amt­liche Tätig­keit mit dem Elisa­beth-Kreuz auszu­zeichnen. Solche Mitar­bei­te­rinnen und Mitar­beiter sind ein Segen für die Arbeit der Caritas. In einem Lied heißt es: „Die Sache Jesu braucht Begeisterte…”

Die Mitar­bei­terin war begeis­tert, mutig und enga­giert. Ja, sie ist dem Beispiel Jesu gefolgt und hat einen Teil ihres Lebens dieser Arbeit gewidmet und in den Dienst ihrer Mitmen­schen gestellt. Es war bestimmt nicht immer einfach, ihre Arbeit gewis­sen­haft durch­zu­führen, denn sie bedeutet ihre Zeit, Kraft und Engagement.

Ich glaube und bin fest davon über­zeugt, dass die Mitar­bei­terin auch viel Freude und Aner­ken­nung bei der Ausübung ihres Ehren­amtes erfahren hat. Und im Nach­hinein denkt man — wo sind all die Jahre geblieben, die doch ihr Leben in vieler Hinsicht berei­chert haben und sie diese Zeit nicht missen möchte.

Wir dürfen gerne auf die hl. Elisa­beth schauen, die ja die Schutz­pa­tronin der Caritas ist und eine Heilige mit Vorbild­cha­rakter. Frei­willig wählte sie den Weg in die Armut, um den Armen und Kranken nahe zu sein und ihr Leben mit ihnen teilen zu können. Die Beja­hung des Kreuzes eröff­nete ihr die Möglich­keit „Die Menschen fröh­lich zu machen”.

Das Symbol der Rose steht für die Liebe — und auch für die Caritas. Das bedeutet:
Immer da, wo wir anderen auf unsere mensch­lich unvoll­kom­mene Weise in Liebe begegnen, ist Gottes Geist anwe­send, im Geist kommt Gott uns nahe und entgegen z.B. dann, wenn uns das rechte Wort zur rechten Zeit einfällt, um einen Kranken oder einen trau­ernden Menschen zu trösten. Oder ein einsamer Mensch sich über unser Kommen freut.

So kennen auch wir die hl. Elisa­beth mit einem Korb voll Rosen — dem von Gott getarnten Brot, das sie als Land­gräfin an die Armen verteilte. Wie bele­bend kann es sein, auf diese Heilige zu schauen. Sie kann uns nur ermu­tigen, enga­gierter zu leben und mit ganzer Kraft unser Leben zu gestalten. Die Mitar­bei­terin hatte in den vergan­genen Jahr­zehnten viele dieser Rosen in ihren Gesprä­chen verschenkt, dafür sagte ich ihr ein herz­li­ches Dankeschön.

Einige Erklä­rungen zum Elisa­beth-Kreuz:
Mit 19 Jahren war die hl. Elisa­beth Witwe geworden. Ihr Gatte starb auf dem Kreuzzug in das Heilige Land. Als Trost­gabe sandte ihr Papst Gregor IX. ein Brust­kreuz mit den Leidens­werk­zeugen Christi. Dieses Brust­kreuz ist ein früh­go­ti­sches Werk. Die vier abge­schlos­senen Kreu­zes­enden tragen die Symbole der vier Evan­ge­listen: Unten den Markus­löwen, oben den Johan­nes­adler, an den Seiten den Matthä­u­sengel und den Lukas­s­tier. Maria und Johannes unter dem Kreuz sind im 14. Jahr­hun­dert hinzu­ge­fügt worden. Elisa­beth opferte bei ihrer Wall­fahrt nach Andechs — der Stamm­burg ihrer Vorfahren mütter­li­cher­seits — das Kreuz samt ihrem Braut­kleid, zum Zeichen, dass sie die Werbung Kaiser Fried­richs II. ausschlug und Gott allein gehören wollte. Noch heute birgt die Kapelle des Klos­ters Andechs diese Gaben der heiligen Landgräfin.

Ich habe die Ehrung mit folgendem Gebet beendet:
Nur eine Hand­voll Liebe — geschenkt zur rechten Zeit,
gibt Stärke im Ertragen und lindert manches Leid.
Nur eine Hand­voll Liebe — so einfach, treu und schlicht,
gibt wieder Selbst­ver­trauen und neues Lebenslicht.
Nur eine Hand­voll Liebe — und sei sie noch so klein,
trägt in ein wundes Herz doch wieder Sonnenschein.

Cornelia Heider
(Vorsit­zende der Cari­tas­kon­fe­renz St. Elisabeth)

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