Strahlende Sterne, strahlende Augen – warum Sternsingen mehr ist als nur Kreide an der Tür
Wenn Anfang Januar plötzlich kleine Könige mit goldenen Kronen, funkelnden Sternen und einem Lächeln so groß wie ihre Umhänge durch den Pastoralen Raum Olpe-Drolshagen ziehen, dann weiß man: Die Sternsinger sind unterwegs!
Bereits im Oktober liegt bei mir im Büro ein großer Kalender voller Pfeile, Post-its und Telefonnummern – denn irgendjemand muss das Ganze koordinieren. Raten Sie mal, wer.
Kinder mit Kronen – und Superkräften
Natürlich könnte man denken: „Ach, ein bisschen Kreide an die Tür, ein Liedchen singen, fertig.“ Aber weit gefehlt! Die kleinen Königinnen und Könige sind jedes Jahr aufs Neue wahre Superhelden. Sie bringen den Segen Gottes zu den Menschen, zaubern strahlende Augen in die Gesichter und zeigen ganz nebenbei, dass „Kinder helfen Kindern“ keine leere Floskel ist, sondern gelebte Solidarität.
Und ja, manchmal stolpert ein König über sein viel zu langes Gewand oder der Stern bricht im Eifer des Gefechts vom Stock – aber genau das macht es so liebenswert.
Sternsingen – das Chaos, das verbindet
Ich verrate Ihnen ein Geheimnis: Die größte Herausforderung ist nicht, genügend goldene Kronen zu finden (obwohl das manchmal auch knapp wird), sondern die Terminpläne aller Beteiligten unter einen Hut zu bekommen. Da braucht es schon fast Engelsgeduld.
Aber das ist kein Problem, denn in fast 30 Orten gibt es Engel, die die Sternsingeraktion in den Dörfern und Gemeinden organisieren und wirklich jedes Detail liebevoll im Blick haben. Ein riesengroßes Dankeschön an meine Engelchen in den Gemeinden!
Und wenn dann endlich alle Gruppen unterwegs sind, weiß ich: Das kleine Chaos hat sich gelohnt. Denn jedes gesungene Lied, jede gesegnete Tür und jedes freundliche Lächeln erzählt davon, dass wir Teil von etwas Großem sind – einer weltweiten Aktion, die Hoffnung schenkt.
Kinder helfen Kindern
Die Sternsingeraktion ist nicht nur ein schöner Brauch – sie ist die größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder weltweit.
• Seit Jahrzehnten sammeln Sternsinger Spenden für Projekte in über 100 Ländern.
• Unterstützt werden vor allem Kinder, die unter Armut, Hunger, fehlender Bildung oder Krankheit leiden.
• Jede gesungene Strophe, jede Kreidespur an einer Haustür trägt also dazu bei, dass irgendwo auf der Welt ein Kind neue Chancen bekommt.
Kurz gesagt: Wenn die Sternsinger an der Tür klingeln, ist das nicht nur nett für uns – es verändert wirklich Leben.
Mehr Segen braucht das Land
Für mich ist das Sternsingen jedes Jahr ein zweites Weihnachten. Es ist laut, fröhlich, manchmal chaotisch – aber immer voller Glanz. Und am Ende zählt nicht, ob alle Töne getroffen wurden oder die Kreide etwas schief an der Tür steht. Entscheidend ist: Der Segen geht von Haus zu Haus, und die Kinder tragen ihn mit Stolz (manchmal auch hüpfend) in die Welt hinaus.
Denn eines ist sicher: Mehr Segen braucht das Land.
Und wer könnte ihn schöner bringen als Kinder mit leuchtenden Kronen und strahlenden Augen?
Britta Enders
(Gemeindereferentin)
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