Gedanken zum Tag – 25. März 2026 – Verkün­di­gung des Herrn

25. März 2026

Am 28. März 2026 jährt sich der Bomben­an­griff auf unsere Kreis­stadt Olpe zum 81. Mal. Es war einer der dunkelsten Tage unserer Stadt­ge­schichte. Menschen verloren ihr Leben, Fami­lien wurden ausein­an­der­ge­rissen, Häuser zerstört – und zugleich blieb ein Schmerz zurück, der bis heute nach­hallt. Ein Mahnmal dazu ist der fehlende zweite Turm unserer Marti­nus­kirche. Dies lädt uns dazu ein, die Erin­ne­rung an diesen schreck­li­chen Tag aufrecht zu erhalten.

Erin­ne­rungs­kultur bedeutet, dass wir solchen Tagen Raum geben. Nicht, um in der Vergan­gen­heit stehen zu bleiben, sondern um aus ihr zu lernen – für unser Heute und unser Morgen.

In diesem Jahr wirkt dieser Jahrestag beson­ders eindring­lich. Seit über vier Jahren tobt erneut ein Krieg in Europa. Der Angriff Russ­lands auf die Ukraine hat uns in aller Härte vor Augen geführt, dass Frieden keine Selbst­ver­ständ­lich­keit ist. Hinzu kommt die Eska­la­tion im Nahen Osten, die uns mit Bildern und Nach­richten erreicht, die kaum Worte finden lassen. Die Welt scheint an vielen Stellen verletz­li­cher, unru­higer und gespal­tener geworden zu sein.

Gleich­zeitig beob­achten wir in Deutsch­land das Erstarken rechts­po­pu­lis­ti­scher Kräfte. Viele Menschen erleben Verun­si­che­rung, Angst oder das Gefühl von Orien­tie­rungs­lo­sig­keit. Genau in solchen Zeiten kommt es darauf an, sich daran zu erin­nern, was unser Land trägt: wehr­hafte Demo­kratie, Meinungs­frei­heit, Rechts­staat­lich­keit und die unver­äu­ßer­liche Würde jedes Menschen. Diese Grund­festen sind nicht verhan­delbar. Sie dürfen niemals wieder einem Regime oder einer Ideo­logie unter­fallen, die Menschen ausgrenzt, bedroht oder entmenschlicht.

Deshalb lautet die Mahnung unserer Zeit: „Nie wieder“ ist kein Satz der Vergan­gen­heit. Nie wieder ist jetzt. 

Die Geschichte zeigt uns, dass Frei­heit und Demo­kratie nicht von selbst bestehen. Sie müssen geschützt, gelebt und immer wieder neu vertei­digt werden – mit Haltung, Mut, Mitge­fühl und dem festen Glauben daran, dass wir gemeinsam verant­wort­lich sind für das, was unser Land und unsere Gesell­schaft zusammenhält.

Wenn wir am Samstag an die schweren Stunden erin­nern, die Olpe vor 81 Jahren durch­litten hat, dann tun wir das nicht nur aus histo­ri­schem Pflicht­be­wusst­sein. Wir tun es, weil wir wissen:

Nur wer erin­nert, kann verhindern.
Nur wer hinblickt, versteht.
Nur wer Verant­wor­tung über­nimmt, setzt ein Zeichen für Frieden.

Lassen wir uns deshalb zusammenstehen:
Für unsere Werte.
Für unsere Demokratie.
Für die Menschenrechte.
Für ein Mitein­ander, das niemanden zurücklässt.

Und vertrauen wir darauf, dass Gott uns begleitet bei all unseren Bemü­hungen um Frieden, Gerech­tig­keit und Mensch­lich­keit – heute und an jedem neuen Tag.

Tobias Schulte

(Bürger­meister von Olpe)

 

Veran­stal­tungs­hin­weis des GzT-Teams:

Wir weisen auf die Ausstel­lung und Vorträge zum Thema “Suizid” der Notfall­seel­sorge des Kreises Olpe hin. Üner dieses Thema kann man sich sicher auch “Gedanken” machen. Einzel­heiten finden sie in dem Bericht unter “Nach­richten” auf der Home­page des pasto­ralen Raumes Olpe-Drolshagen.

Noch ein Hinweis in eigener Sache:

Wenn Sie, liebe Lese­rinnen und Leser, auch solche Gedanken über das Leben oder über irgend­etwas anderes haben, schreiben Sie es auf und schi­cken es uns. Wir freuen uns über jeden Beitrag! Falls Sie in Ihrem Beitrag (ausnahms­weise!) fremde Texte/Textteile verwenden, beachten Sie bitte UNBEDINGT die Urheberrechte.

Sie können uns schreiben unter gedankenzumtag@gmx.de .

 

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