Gedanken zum Tag – 25. Januar 2026 – 3. Sonntag im Jahreskreis

25. Jan. 2026

Am kommenden Wochen­ende findet in Stutt­gart die sechste und letzte Versamm­lung des Synodalen Weges statt. Im Anschluss wird eine stark verklei­nerte Synodal­kon­fe­renz die Umset­zung fort­setzen. Zur Erin­ne­rung die vier Arbeits­felder: „Macht und Gewal­ten­tei­lung in der Kirche – Gemein­same Teil­nahme und Teil­habe am Sendungs­auf­trag“, „Leben in gelin­genden Bezie­hungen – Liebe leben in Sexua­lität und Part­ner­schaft“, „Pries­ter­liche Exis­tenz heute“ und „Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“.

Was aber soll denn fort­ge­setzt werden? Tatsäch­lich sind wir von den konkreten Ergeb­nissen des Synodalen Weges enttäuscht, da aufgrund der Sperr­mi­no­rität der Bischöfe und des Einkni­ckens gegen­über Rom vieles auf den aller­kleinsten gemein­samen Nenner gebracht wurde. Das ist kein großer Wurf der Erneue­rung mehr.

Wir halten eine Erneue­rung in den o.g. vier Berei­chen für drin­gend geboten, damit Kirche die Frohe Botschaft Jesu glaub­haft vertreten kann. Wie passt der soziale Auftrag Jesu, seine gelebte Offen­heit und Nächs­ten­liebe, die wir nach­ahmen sollen, mit Macht­an­sprü­chen, Ausgren­zung von Geschie­denen, Menschen mit anderer sexu­eller Orien­tie­rung, Frauen und vor allem auch der Vertu­schung von sexu­ellem Miss­brauch inner­halb der Kirche zusammen?

Immer wieder wird von konser­va­tiven Kreisen die Gefahr eines „Schismas“ beschworen, also ein Bruch inner­halb der katho­li­schen Kirche wie die histo­ri­schen Abspal­tungen der ortho­doxen und der refor­mierten Christen. Diese Gefahr ist gegeben. Als Haupt­ur­sache dafür sehen wir jedoch das Ergebnis der MHG-Studie zum inner­kirch­li­chen sexu­ellen Miss­brauch und den Umgang seitens der Amts­kirche damit.
Das wahre Schisma liegt in dem harten Schnitt des Kirchen­aus­tritts und noch viel stärker im stillen Rückzug vieler Christen, die zwar noch Kirchen­steuern zahlen, aber dem kirch­li­chen Leben in all seinen Facetten längst den Rücken gekehrt haben. Selbst auf die Spen­dung der Sakra­mente an den großen Wegkreu­zungen des Lebens wird zuneh­mend verzichtet – kein Bedarf!

Viele Menschen finden keine Orte der Glau­bens­be­geg­nung mehr. Die Amts­kirche hat sich unglaub­würdig gemacht und findet keinen Weg zum Herzen der Menschen, vor allem auch in deren Alltags­sorgen, mehr. In den Fami­lien wird der Glaube nicht mehr konkret mit Leben gefüllt, im Alltag mit Freunden und Kollegen ist dieses Thema tabu. Hier ist die Abspal­tung längst vollzogen!

Wenn die katho­li­sche Kirche nicht zu einer unbe­deu­tenden Gruppe, quasi einer Sekte, in Deutsch­land verkommen soll, muss der Synodale Weg und seine ursprüng­li­chen Forde­rungen, aber auch alle anderen Formen der Erneue­rung weiterhin mit Nach­druck geför­dert und mit Leben in der Kirche gefüllt werden. Viele kleine christ­liche Gemein­schaften mit je indi­vi­du­ellen Ausrich­tungen und Charak­te­ris­tika könnten eine Antwort sein.
Wir als Gruppe Maria 2.0 verstehen uns als eine solche kleine Gemein­schaft. Diese Bele­bung hängt nicht zuletzt von den aktiven Christen und dem ganzen Volk Gottes im Sinne des II. Vati­ka­ni­schen Konzils ab. Das Konzil sah alle Menschen zur aktiven Nach­folge Jesu berufen in einer Gemein­schaft von mutigen Pries­tern und Laien mit den je eigenen Charismen.

Wir wünschen uns ein mutiges und verant­wort­li­ches gemein­sames Bemühen um eine moderne, den Menschen zuge­wandte Kirche hier bei uns im heimi­schen Raum.

Maria 2.0 im Kreis Olpe
(Petra Dorns­eifer, Uta Färber, Silvia Greiten, Annette Grobbel, Anne Günther, Stefanie Heike-Grebe, Beate Lütticke, Jutta Ohm, Sandra Peter­seim-Möller, Beate Schröder, Raphaele Voss)

 

Noch ein Hinweis in eigener Sache:

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