OT-Radio im Rahmen des Kultur­ruck­sacks NRW

18. Okt. 2023

9 Teil­neh­mende, 3 Tage, 1 Ziel – eine Radio­sen­dung über das Thema „Heimat – was heißt das eigent­lich?“. Ein Ziel, dass gar nicht so einfach zu errei­chen war, denn, entgegen der allge­meinen Vorstel­lung, läuft eine Radio­sen­dung alles andere als spontan und zufällig ab. Die Gespräche sind in den meisten Fällen geplant, die Inter­view­töne viel­fach im Vorfeld geschnitten und auspro­du­ziert. Dementspre­chend waren zunächst klei­nere Theo­rie­ein­heiten wichtig, bevor die Teil­neh­menden sich die Mikros schnappen und losziehen konnten – aber immer der Reihe nach.

Der erste Tag des Work­shops begann mit einer kleinen Einfüh­rung in das Thema „Radio“. Welche Jobs gibt es beim Radio eigent­lich? Von Moderator*innen bis zu Sounddesigner*innen ist alles dabei. Welche Begriffe sind im Radio wichtig („Kolle­gen­ge­spräch“, „gebauter Beitrag“, „O‑Töne“, etc.). Was muss bei der Technik beachtet werden? Wie halte ich das Mikrofon richtig? Welche Fragen muss ich wann stellen? Mit diesen grund­le­genden Einfüh­rungen ging es in die erste kleine Übung. Die Teil­neh­menden haben sich in Teams mit den Mikro­fonen durch die OT bewegt und „Umfragen geholt“, also kleine „Stim­mungs­schnipsel“ zu Themen, die sie sich selber aussu­chen durften, z.B. „Was ist Ihre Lieb­lings­farbe“ oder „Was ist Ihr Lieb­lings­verein?“. Dadurch konnten die Teil­neh­menden auf spie­le­ri­sche Art und Weise das Element „Umfrage“ abde­cken, ein echter Klas­siker in der Radio­branche und auch ein Teil der späteren Sendung.

Mit etwas Theorie und Praxis im Kopf ging es dann zur Sender­füh­rung bei Radio Siegen. Chef­re­dak­teur Rüdiger Schlund hat die Gruppe durch den Lokal­ra­dio­sender in Siegen geführt. Die Gruppe kam gerade passend zu den Lokal­nach­richten um 14:30 an und konnte live sehen, wie Radio-Siegen-Nach­rich­ten­spre­cherin Carolin Hart­mann ihre Nach­rich­ten­sen­dung spricht. Danach gab es von Rüdiger Schlund eine kurze tech­ni­sche Einfüh­rung in das Sende­studio. Wofür sind die ganzen Knöpfe da? Worauf müssen die Moderator*innen während der Sendung achten? Außerdem bekam die Gruppe Einblicke in die alltäg­liche Arbeit bei Radio Siegen und die Bericht­erstat­tung über lokale Themen, Politik und Veran­stal­tungen, genauso wie in die Abde­ckung von Infor­ma­tionen aus der ganzen Welt über den „Mutter­sender“ Radi­oNRW in Ober­hausen. Ab ca. 15 Uhr war die Gruppe dann Teil der Nach­mit­tags­sen­dung bei Mode­rator Paul Bald. Während die Sendung lief, konnten die Teil­neh­menden dem Radio-Siegen-Mode­rator über die Schulter schauen und die wich­tigste Frage von allen für sich selber beant­worten: „Was machen die Moderator*innen eigent­lich, wenn die Musik läuft?“. Norma­ler­weise ist die Antwort auf diese Frage „arbeiten“. An diesem Tag war Paul Bald vor allem damit beschäf­tigt, Fragen zu beant­worten und Dinge zu erklären – „off-Air“. „On-Air“ wurde die Gruppe aber eben­falls einge­bunden. Paul Bald und Work­shop-Leiter Joschua Greiten haben in der ersten halben Stunde der Nach­mit­tags­sen­dung über den Work­shop gespro­chen, über das Thema der Sendung, und auch die Teil­neh­menden waren für einen kurzen Moment „on-Air“ bei Radio Siegen zu hören. Mit vielen Eindrü­cken und Radio-Siegen-Fanpa­keten ging es danach zurück nach Olpe. An dieser Stelle, vielen, vielen Dank an das Team bei Radio Siegen für die Einblicke in den Redak­ti­ons­alltag, an Chef­re­dak­teur Rüdiger Schlund für seine Zeit und die tollen Fan-Pakete und an Mode­rator Paul Bald für die vielen Infos im Studio und die Einbin­dung der Gruppe live in die Sendung!

Der zweite Tag drehte sich vor allem um die Inter­views, die Umfragen und das Sichten des Ton-Mate­rials. Wieder star­tete der Tag mit einer theo­re­ti­schen Einfüh­rung, dieses Mal zum Thema Inter­view­füh­rung. Welche Fragen müssen gestellt werden? Wie bereite ich mich auf meine Interviewpartner*innen richtig vor? Wie läuft ein Inter­view ab? Nach dieser Einfüh­rung haben die Teil­neh­menden in Teams die zwei Inter­views vorbe­reitet, eine Gruppe ist mit den zwei Mode­ra­to­rinnen und der Frage „Was ist für Sie Heimat?“ in die Stadt gegangen, um dort eine Umfrage der Menschen aus Olpe einzu­holen. Das erste Inter­view war mit Radio­mo­de­rator Tom Schirmer zu dem Thema, wie wichtig der Lokal­jour­na­lismus für eine Region wie Olpe ist. Das zweite Inter­view war mit Sebas­tian Luke, dem künf­tigen Leiter des gerade entste­henden Stadt­mu­seums, ange­setzt. Hier ging es vor allem um die Rolle lokaler Museen in der Bewah­rung der heimat­li­chen Geschichte und die Moti­va­tion hinter diesem Enga­ge­ment. Nachdem die Inter­views von den Teil­neh­menden geführt wurden und die Umfrage aus der Stadt eben­falls vorlag, ging es für die Teams darum, ihr Ton-Mate­rial zu sichten und sich die Töne heraus­zu­su­chen, die sie am kommenden Tag in ihren Beiträgen verar­beiten möchten. Die Mode­ra­to­rinnen arbei­teten in der Zeit bereits an den Anmo­de­ra­tionen und der Begrü­ßung der Sendung.

Der dritte Tag war der Haupt­pro­duk­ti­onstag. Die Töne, die die Teil­neh­menden aus den Inter­views und der Umfrage heraus­ge­sucht hatten, wurden bereits am Vorabend von Joschua Greiten geschnitten und vorpro­du­ziert. Nun ging es vor allem darum, die Texte für die Beiträge zu schreiben, die die Teil­neh­menden am frühen Nach­mittag einspre­chen sollten. Wie bereits in den Tagen zuvor begann auch der letzte Tag mit einer kurzen theo­re­ti­schen Einfüh­rung, die sich in diesem Fall mit dem „Texten“ von Radio­bei­trägen befasste. Wie schreibe ich für’s Hören? Was unter­scheidet Radio­texte von Zeitungs­ar­ti­keln? Wie texte ich meine O‑Töne an? Wie struk­tu­riere ich meinen Beitrag? Um die Art und Weise zu verdeut­li­chen, wie Radio­bei­träge aussehen und was bei den Texten wichtig ist, wurden immer wieder klei­nere Hörspiele einge­spielt. Danach haben sich alle vier Teams an ihre jewei­ligen Texte gesetzt und die Beiträge konzi­piert. Anschlie­ßend hat jede Gruppe nach­ein­ander die Beiträge bzw. Mode­ra­tionen eingesprochen.

Insge­samt ist in diesen drei Tagen eine inhalt­lich viel­sei­tige Radiosendung/Podcastfolge entstanden, die sich mit dem Thema „Heimat“ in verschie­denen Facetten ausein­an­der­setzt. (Link zur Podcast Folge: https://www.lorenz-jaeger-haus.de/aktuelles‑2/ )

Die Teil­neh­menden haben die theo­re­ti­schen Inhalte sehr schnell umge­setzt und auch das Einspre­chen der Beiträge verlief völlig problemlos. Die Teil­neh­menden können auf das Ergebnis wirk­lich stolz sein!

Das Team des Lorenz-Jaeger-Hauses bedankt sich bei Joschua Greiten für die hervor­ra­gende Beglei­tung des Projekts, welches für Kinder und Jugend­liche in einem Alter von 10 Jahren bis 14 Jahren statt­ge­funden hat. Geför­dert durch den Kultur­ruck­sack NRW.

 

 

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