Gedanken zum Sonntagsevangelium nach Lukas (Lk 11,1–13)
Herr, lehre uns beten
Beten will gelernt sein – das wussten schon die Jünger, als sie Jesus baten: „Herr, lehre uns beten!“
Auch wir sind immer wieder Anfänger auf diesem heiligen Weg. Das Gebet ist kein fertiges Wissen, sondern ein geistlicher Wachstumsprozess – eine Schule des Vertrauens und der Liebe zu Gott.
Gebet hat viele Gesichter: Lob, Bitte, Klage, Stille. Es wandelt sich mit unserem Leben, mit unseren Erfahrungen, mit dem, was unsere Seele bewegt. Was gestern noch trug, mag heute leer wirken. Und doch schenkt Gott immer wieder neue Wege, mit ihm in Verbindung zu treten. Er ruft uns hinein in eine lebendige Beziehung – nicht in ein starres Ritual.
Obwohl Gott unsere Sorgen kennt, noch bevor wir sie aussprechen, lädt er uns ein, sie ihm anzuvertrauen. Er ist kein ferner Richter, sondern ein liebevoller Vater, der mit uns spricht – und hört. Er übergeht uns nicht, er zwingt sich uns nicht auf, sondern wartet geduldig auf unser Vertrauen.
Wir sind keine bloßen Bittsteller, sondern Kinder des lebendigen Gottes. Geliebte, für die er das Beste will – nicht nur das, was wir meinen, zu brauchen. Vielleicht ist sein Geschenk größer als unser Wunsch, tiefer als unser Verstehen.
Darum beten wir in der Haltung des Glaubens und der Hingabe:
Vater, dein Wille geschehe – denn du willst unser Heil.
Klaus Alfes
(Gemeindemitglied St. Martinus)
Noch ein Hinweis in eigener Sache:
Jetzt in der Urlaubszeit suchen wir verstärkt Autoren für unsere „Gedanken zum Tag“. Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, auch passende „Gedanken“ haben, „trauen Sie sich, diese Gedanken aufzuschreiben“ und uns unter gedankenzumtag@gmx.de zu schicken. Vielen Dank!