Kirchengemeinde St. Martinus setzt starkes Zeichen für den Wald der Zukunft
Dort, wo vor wenigen Jahren noch geschädigte oder kahle Flächen das Bild prägten, wachsen heute junge Bäume in die Höhe. Oberhalb von Thieringhausen nahe der „Lila Kuh“ ist in den vergangenen Monaten sichtbar geworden, wie Wiederaufforstung konkret aussieht: frisch gepflanzte Reihen junger Bäume, eingebettet in die Landschaft des Sauerlandes. Insgesamt hat die katholische Kirchengemeinde St. Martinus Olpe in der Pflanzperiode von Oktober 2025 bis Februar 2026 rund 29.000 neue Bäume auf ihren Waldflächen setzen lassen – ein starkes Zeichen für aktiven Klimaschutz vor Ort.
Aufforstung mit Blick auf den Klimawandel
Die Pflanzungen erfolgten in enger Abstimmung mit dem Forstamt und orientieren sich konsequent an den Herausforderungen des Klimawandels. Ziel ist es, die Wälder der Pfarrei widerstandsfähiger zu machen – gegen Trockenheit, Schädlingsbefall, Stürme und zunehmende Temperaturschwankungen. Statt anfälliger Monokulturen entstehen artenreiche Mischwälder mit Baumarten, die als klimastabiler gelten und dem Wald langfristig mehr Resilienz verleihen sollen.
Schwerpunkt Thieringhausen und Griesemert
Die größte zusammenhängende Maßnahme befindet sich oberhalb von Thieringhausen nahe der „Lila Kuh“. Auf rund vier Hektar wurden hier etwa 16.000 Bäume gepflanzt. Die Fläche wurde nach den Vorgaben der Waldförderung des Landes NRW aufgeforstet – inklusive Schutzmaßnahmen wie Gattern, Verbisshülsen und Verbissschutzmitteln, um die jungen Pflanzen vor Wildschäden zu bewahren.
Weitere Pflanzungen fanden auf der Griesemert statt: Auf zwei Flächen wurden rund 11.500 Bäume gesetzt. Ergänzt wird das Gesamtprojekt durch kleinere Ersatzpflanzungen und zusätzliche Maßnahmen im Stadtgebiet Olpe mit etwa 1.500 weiteren Bäumen.
Vor Ort: Politik, Forst und Kirche im Austausch
Ein Bild von den Maßnahmen machten sich vor Ort Revierförster Timo Schmidt, Eduard Köster vom Kirchenvorstand St. Martinus, Bürgermeister Tobias Schulte sowie der Landtagsabgeordnete Jochen Ritter. Ritter betonte: „Seit der Wald durch Hitze und Borkenkäfer in Mitleidenschaft gezogen worden ist, hat das Land über 150 Millionen Euro für die Wiederaufforstung bereitgestellt. Die Bedeutung des Waldes mit seinen unterschiedlichen Funktionen von Holznachschub über Erholung bis Klimaschutz ist nicht zu überschätzen. Ich freue mich, dass die Kirchengemeinde St. Martinus von der Förderung Gebrauch macht, und hoffe, dass noch viele andere es ihr gleichtun.“
Bei dem gemeinsamen Termin ging es nicht nur um die abgeschlossenen Pflanzarbeiten, sondern auch um die aktuellen Herausforderungen für den Wald: klimabedingte Schäden, steigender Pflegeaufwand und die Frage, wie der Wald langfristig stabil und artenreich erhalten werden kann. Der enge Austausch zwischen Kirchengemeinde, Forstamt, Stadt, Jagdpächtern und weiteren Beteiligten erweist sich dabei als entscheidender Erfolgsfaktor für die Umsetzung der Aufforstungsprojekte.
Verantwortung übernehmen – für kommende Generationen
Die Kirchengemeinde St. Martinus bewirtschaftet rund 135 Hektar Wald im Kreis Olpe. Der nachhaltige Waldumbau ist dabei kein kurzfristiges Projekt, sondern eine Aufgabe für Jahrzehnte. Ziel ist es, den Wald so zu entwickeln, dass er auch für kommende Generationen seine ökologischen Funktionen erfüllen kann: als Lebensraum für Tiere und Pflanzen, als Wasserspeicher, als Schutz für Böden – und nicht zuletzt als Ort der Erholung für die Menschen in der Region.
Die Aufforstungen sind Ausdruck eines Selbstverständnisses, das tief in der kirchlichen Verantwortung für die „Bewahrung der Schöpfung“ verankert ist. Der Wald, so das Leitmotiv, soll nicht nur verwaltet, sondern aktiv in eine lebensfähige Zukunft geführt werden.
Klimaschutz braucht Geduld – und viele Bausteine
Die Wirkung von Aufforstungen entfaltet sich über Jahrzehnte. 29.000 junge Bäume werden langfristig CO₂ binden, das lokale Klima positiv beeinflussen und zur Stabilisierung der Waldökosysteme beitragen. Kurzfristig stehen vor allem Biodiversität, Bodenschutz und Wasserhaushalt im Vordergrund.
Für eine einzelne Kirchengemeinde ist ein Projekt dieser Größenordnung ein starkes, sichtbares Engagement. Für die großen Herausforderungen des Klimawandels ist es ein wichtiger Baustein unter vielen. Doch genau diese vielen Bausteine, verteilt über Regionen und Initiativen, entscheiden darüber, ob es gelingt, den Wald als Lebensgrundlage zu bewahren – in Olpe und weit darüber hinaus



