200 Jahre Pilgern nach Marienheide

7. Jul 2024

Drol­s­ha­gener Jubi­lä­ums­wall­fahrt am 13. und 14. Juli 2024

Ein bekanntes Sprich­wort sagt: „Tradi­tion ist die Weiter­gabe des Feuers, nicht die Anbe­tung der Asche“. Diese Aussage passt sehr schön auf das aktu­elle Jubi­läum der Drol­s­ha­gener Wall­fahrt nach Mari­en­heide. Seit nunmehr 200 Jahren machen sich Pilger aus Drol­s­hagen zu Fuß auf den Weg zur „Trös­terin der Betrübten“, dem Gnaden­bild in der 25 km entfernten Mari­en­heider Wall­fahrts­kirche. Über­lie­fe­rungen zufolge liegt der Ursprung der Wall­fahrt bei einigen Frauen, die 1824 aus Volks­fröm­mig­keit in den damals schon bekannten Wall­fahrtsort zogen. In den drauf­fol­genden Jahren schlossen sich immer mehr Gläu­bige an und die Wall­fahrt wurde fester Bestand­teil des reli­giösen Lebens im Kirch­spiel Drol­s­hagen. Durch münd­liche Über­lie­fe­rungen kann mit ziem­li­cher Sicher­heit davon ausge­gangen werden, dass die Wall­fahrt durch­gängig statt­ge­funden hat, selbst während der Weltkriege.

Alte Mari­en­fahne der Pilger­gruppe, vermut­lich Ende 19. / Anfang 20. Jahrhundert

200 Jahre sind eine lange Zeit! — Wollte man aber ein Buch darüber schreiben, würde dieses eher kurz ausfallen, weil nur wenig Histo­ri­sches über die Wall­fahrt bekannt ist. Aber viel­leicht ist gerade deshalb diese Wall­fahrt nicht einfach eine „alte Tradi­tion“, die aufrecht erhalten wird, sondern jedes Jahr machen sich die Pilger neu auf ihren ganz persön­li­chen Weg mit ihren Bitten und Anliegen. 

Bis vor wenigen Jahren führte der Pilgerweg noch über die Bundes­straße von Scheda nach Bunte­lichte. Was sicher­lich viele Jahre lang die prak­tischste und kürzeste Route war, hat sich aufgrund der Zunahme des Stra­ßen­ver­kehrs immer mehr zum unbe­lieb­testen Teil­stück der Wall­fahrt entwi­ckelt. Mitt­ler­weile führt die Strecke über den Dümpel, dann weiter über Piene mach Meinerz­hagen. Wenn auch ein wenig länger und aufgrund zum Teil unbe­fes­tigter Wege etwas schwie­riger zu gehen, ist der neue Weg eine Berei­che­rung für die Wall­fahrt. Auf diesem Teil­stück durch Wälder und Felder lohnt es, vom Wall­fahrts­büch­lein hoch zu schauen und die teil­weise wunder­schöne Aussicht über die grünen Hügel­ketten des Sauer- und des Bergi­schen Landes zu genießen.

Eine beson­dere Freude ist auch die Herz­lich­keit, mit der die Pilger in Mari­en­heide empfangen werden. Neben der geist­li­chen Betreuung sorgen ehren­amt­liche Helfe­rinnen und Helfer der Mari­en­heider Gemeinde an den beiden Wall­fahrts­tagen mit Getränken und Kuchen für das leib­liche Wohl der Pilger.

Das 200. Jubi­läum der Wall­fahrt am 13. und 14. Juli soll Anlass sein, noch einmal auf diese schöne Tradi­tion aufmerksam zu machen. Auch Neupilger sind herz­lich will­kommen. Beginn ist jeweils um 7:00 Uhr mit einer hl. Messe – sams­tags in der St. Clemens Pfarr­kirche in Drol­s­hagen, sonn­tags in der Wall­fahrts­kirche Maria Heim­su­chung in Mari­en­heide. Die Ankunft sams­tags in Mari­en­heide wird gegen 14:30 Uhr sein, sonn­tags in Drol­s­hagen gegen 15:30 Uhr.

Fahne der Drol­s­ha­gener Pilger­ge­mein­schaft aus dem Jahr 1985

Gnaden­bild „Trös­terin der Betrübten“ in der Wall­fahrts­kirche Maria Heim­su­chung in Marienheide

In diesem Jahr wird sams­tags ein Bus von Drol­s­hagen nach Mari­en­heide einge­setzt. Vor allem Ehema­lige sind einge­laden, nach Mari­en­heide zu kommen und dort zusammen mit den Fußpil­gern das Gnaden­bild zu begrüßen. Nähere Infor­ma­tionen dazu in den Pfarr­nach­richten des Pasto­ralen Raumes Olpe-Drol­s­hagen. Für den Sonntag ist nach der Ankunft in Drol­s­hagen und der abschlie­ßenden Andacht ein gemüt­li­ches Beisam­men­sein mit Grillen und Getränken im Pfarr­garten geplant. Herz­liche Einla­dung hierzu an die Aktiven, Ehema­ligen und alle die sich mit der Wall­fahrt verbunden fühlen.

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